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Dienstag, 5. Juni 2012

Thailand / Schweiz - Internationaler Haftbefehl gegen die Schweizer Roger Ritter & Christoph Beer, VISION Finance & Investments Ltd., Thailand

Als einzige Erfolgsstory las sich die Chronik der VISION Finance & Investments Ltd., mit Geschäftsdomizil auf Phuket und Steuersitz auf den British Virgin Island, noch bis vor einem Jahr.

Die kleine Investmentfirma, welche gerade mal aus den Schweizern Roger Ritter (Bangkok) & Christoph Beer (Phuket), sowie dem freien Vertreter Romano Tolotti aus der Schweiz bestand, blickte damals auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Rund 18 Jahre schwarze Zahlen, über 200 Kunden und ein Gesamtinvestmentkapital von rund 50 Mio. Schweizer Franken, konnte das Unternehmen damals vorweisen.

Ausschliesslich Devisen, wenige Edelmetalle und einige Optionen wurden gehandelt. Der Zinsgewinn für die Anleger betrug jährlich um die 20%. Die Investmentziele waren so unterschiedlich wie die Altersstruktur der Anleger. Weniger als 10 war der jüngste, 99 der älteste! Mittelfristiges Sparen mit offenem Verwendungszweck, Verbesserung des Lebensstandards im Alter, sowie Rückzahlung von Hypotheken standen im Vordergrund. Ein kleiner Teil schöpfte die Zinsen regelmässig pro Quartal oder jährlich ab. Darunter ein paar Schweizer Expats in Thailand. Die Anlageverträge enthielten fast ausnahmslos eine Klausel die sicherstellte, dass der Handel bei Erreichen von 10% Verlust auf dem Investmentkapital ausgesetzt und die Kunden unverzüglich benachrichtigt werden. Ein Durchschnittsanleger mit einer Gesamtsumme von CHF 250‘000.--, konnte so z.B. das Verlustrisiko auf maximal CHF 25‘000.-- beschränken.

Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt.

Seit 11. Juli 2011, sind Ritter & Beer nicht mehr erreichbar. Die Schweizer Botschaft in Bangkok wurde avisiert, um Abklärungen betreffend Wohnort, Spitäler, Flughäfen und Visakontrolle vorzunehmen. So zumindest die Aussage des VISION Vertreters Romano Tolotti aus der Schweiz. Später stellte sich allerdings heraus, dass zu dieser Zeit weder Familienangehörige, noch Herr Tolotti, noch die Anwälte WerderViganó je eine Vermisstenanzeige eingereicht hatten, die es damals ermöglicht hätte, an Adressinformationen bei der Schweizer Botschaft zu kommen, zu denen ansonsten nicht mal engste Familienmitglieder Zugang haben. Die Tatsache, dass die Herren Ritter & Beer weder mit Familienangehörigen und Freunden, noch mit Verwandten und Bekannten in Kontakt traten, nährten zu Beginn Spekulationen jeglicher Art. Ein Zusammenhang mit der VISION Finance & Investments Ltd., konnte zwar nicht ausgeschlossen werden, schien aber am Anfang noch eher unwahrscheinlich. Erst ein kurzer Anruf von Ritter bei dessen Mutter in der Schweiz, warf Wochen später Zweifel auf. Er würde später alles erklären, meinte er damals. Daraufhin tauchten Ritter & Beer vollends ab und ihr Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt. Auch beim Schweizer Verein „Swiss Society Phuket“, auf dessen Website Herr Beer noch entspannt von der Frontseite lächelte, wurde dieser laut Präsident Urs Aebi schon Monate zuvor nicht mehr gesehen. Kurze Zeit später verschwand sein Bild von der Website und ein Vertreter einer mehrköpfigen VISION Interessensgruppe aus Phuket meldete sich zu Wort.

Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen Ritter & Beer!

Nach dem Untertauchen von Ritter & Beer, wurde Romano Tolotti in der Schweiz aktiv und informierte seine Kunden. Des Weiteren trat das Anwaltsbüro WerderViganó auf den Plan. Dieses eröffnete ein Strafverfahren und leitete das Einfrieren des VISION Kontos bei der Deutschen Bank ein. Kunden erhielten die Möglichkeit, einem Geschädigtenpool beizutreten und wurden dafür mit CHF 500.-- zur Kasse gebeten. 2 Rundschreiben von Romano Tolotti und insgesamt 5 von den Anwälten WerderViganó erhielten die Poolteilnehmer bis heute. In der letzten Ausgabe vom April 2012, wurden diese über die Ausstellung des internationalen Haftbefehls gegen Ritter & Beer informiert. Im selben Schreiben riefen die Anwälte dazu auf, sie bei der Suche und Ermittlung des Aufenthaltsortes von Ritter & Beer zu unterstützen, was für den Autor Auslöser für den vorliegenden Bericht war.

Am Ende alles ein einziger Betrug?

Die aufwendigen und langwierigen Untersuchungen, die vorläufig bis ins Jahr 2006 zurückgehen, ergaben, dass sich von den 50 Mio. Schweizer Franken gerade mal noch CHF 170‘000.-- auf dem Konto befinden. Devisengeschäfte konnten zwar nachgewiesen werden, die Performance von rund 20% wurde jedoch nie erreicht. Bereits 2005 war laut Deutscher Bank nur noch die Hälfte der Kundenguthaben durch Vermögenswerte gedeckt. Alleine im Zeitraum 2006 bis 2011, sind nebst Verlusten im Handel, Mittel in Höhe von 7 Mio. Schweizer Franken abgeflossen. Davon CHF 0,7 Mio. an Herr Beer, CHF 1,0 Mio. an Herr Ritter und CHF 3,3 Mio. an Romano Tolotti, die aus Honoraren der fiktiven Performance resultierten. Verbleibende CHF 2,0 Mio., konnten zu dem Zeitpunkt noch nicht zugeordnet werden.

Zurückhaltung bei der deutschsprachigen Presse in Thailand!
 
Da sich die deutschsprachige Thailand Presse nicht an den Fall heran traute, habe ich das übernommen, um umfassend darüber zu berichten. Aus Sicht des Insiders, birgt dieser Bericht kein Gefahrenpotenzial mehr, die mutmasslichen Betrüger zu warnen, da diese bereits vor 11 Monaten untertauchten, sich vermutlich schon längst ausser Landes befinden und schon seit Monaten damit rechnen mussten, rechtlich verfolgt zu werden!

Nachtrag August 2012

Erst nachträglich habe ich von der Schweizer K-Tipp Ausgabe 01/2012 erfahren, in der dieser Fall bereits Anfangs 2012 erschien (www.ktipp.ch/themen/beitrag/1069982/Zu_schoen_um_wahr_zu_sein). Nach Rückfrage bei den Anwälten WerderViganó, wussten nicht mal diese davon, obwohl der Autor meinte, dass diese damals dazu abgeraten hätten. Eine PDF-Datei des Artikels, kann über nachfolgende E-Mail Adresse bezogen werden.

Zudem hat die Einwohnerkontrolle Oberrieden die Aussage eines Lesers bestätigt, wonach sich der Vision Vertreter Romano Tolotti aus der Schweiz nach Llucmajor Mallorca (Spanien) abgesetzt hat. Dies geschah laut deren Angaben am 20. Juli 2012 und wirft weitere Fragen zur Rolle von Herr Tolotti auf!
  
Sachdienliche Hinweise bitte an folgende Adresse: markusz(ad)mz-online.net. Dabei bitte (ad) durch üblichen E-Mail "Affenschwanz" ersetzen, den ich wegen Spamgefahr wegliess.
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Donnerstag, 3. Juni 2010

Im Ausnahmezustand: Auslandschweizer und die Unruhen in Bangkok

Bernd Mechsner rennt um sein Leben. Heckenschützen haben das Feuer eröffnet und die Kugeln schlagen unweit des Schweizers ein. Kaum in seiner Wohnung angekommen, fotografiert Mechsner von seinem Fenster aus die Unruhen in Thailands Hauptstadt Bangkok. Als militante Demonstranten das gegenüberliegende Einkaufszentrum «Center World» anzünden, wird die Situation erneut gefährlich. Mechsner und seine Frau hoffen, dass die Flamen nicht auf sein Zuhause übergreifen. Das Einkaufszentrum brennt vollständig aus und ein Teil davon stürzt in sich zusammen. Im «Center World» befand sich auch die die Luxus-Boutique von Philip Baechtold. Dem Schweizer entsteht ein Schaden von rund 400 000 Franken.

Vor der Schweizer Botschaft stehen die Menschen Schlange. Hunderte von Visa-Anträgen sind unbearbeitet. Während der Unruhen musste die Botschaft aus Sicherheitsgründen geschlossen werden und Botschafterin Christine Schraner Burgener mitsamt ihrer Familie ins Hotel umziehen.

Reporter Hanspeter Bäni begleitet Auslandschweizer während und nach der Revolte in Bangkok und ist dabei, wenn sie die wohl dramatischsten Momente ihres Lebens durchstehen müssen.

TV Podcast "Reporter" vom 02.06.2010:
http://videoportal.sf.tv/video?id=3f136ac0-5fbb-47da-af3d-51187bebb1fb

Sonntag, 18. April 2010

Bangkok in den letzten Tagen...

Wer bei Facebook angemeldet ist, kann sich diverse Bilder von ThaiLive vom "roten Bangkok" der vergangenen Tage ansehen.

Die Bilder findet man hier

Mittwoch, 17. März 2010

Abhisit Vejjajiva's Haus - Stunden danach...

Es wurde dieser Tage viel über die Unruhen in Thailand berichtet, die einmal mehr zum Ziel haben, die Regierung zu stürzen, um Neuwahlen zu erzwingen und die Verfassung zu ändern. Ein weiterer Akt der "Rothemden" war es heute, sich vor Abhisit Vejjajiva's Haus zu versammeln, um dort Blut aus Flaschen zu vergiessen und damit der Ernsthaftigkeit Ihres Anliegens Nachdruck zu verleihen. Wo aber wohnt eigentlich Thailands Premierminister und wie sah es Stunden danach bei ihm aus?

Bangkok, Sukhumvit Road, Soi 31.
An die
ser unscheinbaren und unspektakulären Strasse wohnt der Premierminister Thailands. Von der Sukhumvit Road aus, beginnt die Soi 31 mit dem markanten Gebäude des S31 Hotels, das durch seine auffällige Glasfront und den farbenen grossen Röhren besticht.

Werfen wir auf dem zweiten Bild einen Blick auf Abhisit Vejjajiva's Haus, welches grösstenteils von Bäumen verdeckt ist. Ausser einigen Absperrungen, Polizisten, ein paar Presseleuten und einem grossen Haufen Wasserflaschen, deutet nichts mehr darauf hin, dass hier gleichen Tags die Emotionen tausender von Rothemden hoch gingen. Die Sicherheitsvorkehrungen scheinen auf ein Minimum beschränkt und 2 Feuerwehrautos waren noch die letzten Zeugen davon, dass die Sicherheitsverantwortlichen noch mit ganz anderen Szenarien gerechnet haben. Glücklicherweise ist es aber zu keinen grösseren Sachbeschädigungen gekommen. Die ganze Umgebung vermittelt dem Betrachter allerdings den Eindruck, als sei es für Thais nicht sehr schwierig, ihrem Regierungschef nahe zu kommen...

Montag, 1. Dezember 2008

Zeitenwende in Thailand

Lesen Sie den Bericht von Oliver Meiler, von der Süddeutschen Zeitung, der meiner Meinung nach die aktuelle Situation in Thailand absolut treffend zusammenfasst:

Wer an Thailand denkt, der hat wohl ein samtenes und sanftes Bild vor sich, ein blumiges und lächelndes. Thailand ist mit viel natürlicher Schönheit gesegnet, mit Stränden zum Beispiel, die unsere Sehnsüchte gerade im Winter nähren. Die menschliche Wärme der Thailänder wird gerne mit dem gelebten Buddhismus erklärt. Für viele Europäer ist Thailand ein vertrautes Land; das belegen die Tourismuszahlen. Doch diese Wahrnehmung ist eine oberflächliche, sie klischiert und romantisiert.

Viele der Besucher, die am internationalen Flughafen von Bangkok gestrandet sind, werden sich fragen, wie diese wild entschlossene Menge in gelben T-Shirts, die ihre Rückreise verhindert, die trotzig beteuert, sie würde in den Tod gehen für ihren politischen Kampf, die sagt, sie gebe nicht eher nach, als bis der Premierminister zurückgetreten sei - wie diese politische Hochspannung also zum liebevoll kultivierten Bild des sanften Thailänders passt. Die Antwort lautet, dass Thailand ein kompliziertes und zerrissenes Land ist, verstrickt in kulturelle und regionale Widersprüche; geprägt von alten Tabus und manipuliert von Mächten, die mal vor, mal hinter den Kulissen tätig sind. Derzeit agieren sie eher versteckt. Dabei geht es um nichts weniger als eine epochale Weichenstellung.

Zur Süddeutschen Zeitung und weiter lesen...

Mittwoch, 26. November 2008

Thailand, Demonstrationen, PAD, Flughafen, Bomben, Schiessereien, Premierminister Somchai, Bürgerkrieg, Putsch...

Demonstrationen gegen die Regierung Somchai

In Anbetracht des Terrors, der sich in Thailand einmal mehr zuspitzt, wäre es womöglich etwas grotesk, auf dieser Seite an oberster Stelle mit einem Posting von Elischeba Wilde, amtierende Mrs. Germany 2008 aufzuwarten. Obwohl ich dieses gerne noch ein paar Tage dort hätte stehen lassen, möchte ich aus aktuellem Anlass nachfolgend noch einmal auf die bekanntesten Thailand News Seiten hinweisen, die regelmässig und aktuell über die Situation im Lande berichten:

www.thailandtip.de ...mit News und öffentlichem Forum
www.schoenes-thailand.de ...mit Recherchen und persönlichen Einschätzungen
www.thaipage.ch ...mit Infos und regelmässig aktualisierten News

An folgener Stelle wird momentan aktuell über die Belagerung des internationalen Flughafens Suvarnabhumi in Bangkok diskutiert: http://forum.thailandtip.de/index.php?topic=1054.0


Auf meiner eigenen Seite, finden Sie in der rechten Spalte unter "Thailand News" regelmässig und täglich aktualisierte Thailand News Feeds! Schauen Sie alternativ regelmässig auch dort rein. Oft finden Sie hier Beiträge, die vor allem aus internationaler Sicht über Thailand berichten und kommentieren. Betrachten Sie es als eine gute und neutrale Alternative und Ergänzung zu den anderen Thailand News Seiten...

Mittwoch, 3. September 2008

Thailand in Turbulenzen - Wird das Land unregierbar?

Deutsche Welle TV (DW-TV) ist das einzige in Thailand über das TV Netz empfangbare deutschsprachige TV Programm.

Am Freitag, 05.09.2008 um 19:30 UTC Zeit, resp. Samstag, 06.09.2008 um 02:30 Uhr Thailand Zeit, strahlt der Sender in seiner internationalen Talk-Sendung Quadriga eine Diskussion mit dem Titel:


Thailand in Turbulenzen - Wird das Land unregierbar?

aus.
Die Programmübersicht mit weiteren Sendezeiten (Wiederholungen), finden Sie auf der DW-TV Asien Übersicht
HIER und die Beschreibung zur Sendung HIER.


Wenn Sie Ihre Meinung zum Thema abgeben möchten, richten Sie Ihre E-Mail an:
Quadriga@dw-world.de

Dienstag, 26. August 2008

Thailands Monarchisten versuchen Regierungs-Sturz

Eigentlich hatte ich im Sinn, News zukünftig prädestinierteren Medien zu überlassen, die sich auf selbige spezialisiert haben. Aussergewöhnliche und wichtige Themen zu Thailand, möchte ich allerdings doch nicht ganz ausser acht lassen und nur schon deshalb mit ins Boot nehmen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. So habe ich heute neben dem ganzen Presserummel in Thailand auch einen Bericht auf www.news.ch gefunden, der ebenfalls auf das aktuelle Geschehen in Thailand eingeht:



Bangkok - Tausende Monarchie-Anhänger haben das Büro des thailändischen Ministerpräsidenten sowie mehrere Ministerien besetzt und versucht, die Regierung des Landes zu stürzen.

Die Monarchisten der Volksallianz für Demokratie (PAD) werfen Regierungschef Samak Sundaravej vor, eine Marionette des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zu sein.

Thaksin muss sich gemeinsam mit seiner Frau wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten und hatte das Land während seiner Amtszeit zutiefst gespalten.

Samak forderte die Demonstranten dazu auf, ihre Aktionen einzustellen. Seine Geduld sei am Ende und der Innenminister werde nun direkt die Kontrolle über die Polizeikräfte übernehmen, um die Ordnung wiederherzustellen.

Amtssitz besetzt

Samak äusserte sich nach einer wöchentlichen Kabinettssitzung, die er auf ein Militärgelände verlegt hatte, weil die Demonstranten seinen Amtssitz blockierten. Auf dem Rasen vor dem Regierungsgebäude kündigte PAD-Anführer Sonthi Limthongkul unterdessen an, sich nur mit einem Sturz der Regierung zufrieden zu geben.

PAD-Anhänger besetzten ausserdem die Gebäude vom Finanz-, Landwirtschafts- und Transportministerium sowie kurzzeitig das Hauptquartier der Polizei.

Spekulationen über einen Militärputsch wies die Armee zurück. Die Polizei käme mit der Situation zurecht, sagte Armee-Chef Anupong Paochinda dem Fernsehsender Kanal 3.

Samstag, 26. Juli 2008

Mit nacktem Oberkörper in die Schweiz?

„Stop Piracy” kündet von verschärften Zollbestimmungen

Wer bei der Einreise in die Schweiz ein gefälschtes Marken-Hemd aus Thailand auf dem Leib trägt, könnte von den Zollbeamten gezwungen werden, dieses abzulegen und mit freiem Oberkörper in die Alpen-Republik einzureisen - insofern sich im mitgeführten Gepäck kein “legales” Kleidungsstück findet, das stattdessen angelegt werden könnte. Dieses Schreckensszenario ist nicht weit hergeholt, sondern durchaus realistisch angesichts der seit 1. Juli geltenden, verschärften Zollvorschriften.

Zum DER FARANG und weiter lesen...

Dienstag, 24. Juni 2008

Thailand: Nach dem Putsch wie vor dem Putsch!

Es wäre zu schade, folgenden Artikel im Berichter-Meer untergehen zu lassen, da er eine gute Zusammenfassung bietet, wie sich Thailand vor und seit dem Putsch vom 19. September 2006 bis heute politisch entwickelt hat!

In Thailand ist nach dem Putsch vor dem Putsch

Thailands neue Regierung wankt bereits. Putschgerüchte machen die Runde. Im Zentrum des Streits steht ein alter Bekannter: Der abwesende, frühere Ex-Premier Thaksin.

Thailands bewegte Politik gleicht seit langem einer Abfolge von Dramen. Und auch diesmal trägt das Stück tragikomische Züge. Es kommt nicht aus ohne alte Intrigen, ohne Putschgerüchte und Déjà-vus. Vier Monate nach der Amtsübernahme einer neuen zivilen Regierung, die Thailand eine dauerhafte Rückkehr zur Demokratie und zu grösserem Wirtschaftswachstum versprochen hat, droht dem Kabinett von Premierminister Samak Sundaravej bereits wieder das Ende. Im Parlament läuft der erste Misstrauensantrag gegen den konservativen Premier nach der schroffen Art. Der Regierungschef führt eine zerbrechliche Koalition mit sechs Parteien an. Die Abstimmung dürfte er zwar heil überstehen. Doch gleichzeitig wächst der Druck, der von der Strasse kommt.

Demonstranten in königlichem Gelb

Vor dem Regierungssitz demonstrierten erneut Tausende, in königliches Gelb gekleidete Aktivisten und Gewerkschafter, Intellektuelle und frühere Militärs, die ihren Dauerprotest erst beenden wollen, wenn der Premier abdankt. «Samak, auk pei», rufen sie, «Samak, hau ab.» Sie werfen ihm vor, er sei korrupt, er versage beim Regieren, die hohe Inflationsrate sei seine Schuld, und vor allem schütze er in allen seinen Aktionen und mit allen seinen Reformen nur seinen Mentor: Thaksin Shinawatra, den polarisierenden früheren Premierminister Thailands und Besitzer eines Fussballvereins in England. Thaksin ist der wahre Hauptdarsteller im laufenden Stück, obschon er formal keine Rolle spielt und meistens im Ausland weilt.


An seiner Person reibt sich die thailändische Politik schon seit bald zehn Jahren auf. Bei den jüngsten Wahlen durfte er nicht teilnehmen, weil er der Korruption und des Machtmissbrauchs angeklagt ist. Er brauchte also einen Strohmann, der an seiner Stelle regieren und die Verfassung zurechtbiegen würde, der die Korruptionsklagen gegen ihn abwenden und die beschlagnahmten Milliarden loseisen würde. Der Politkämpe Samak, 73 Jahre alt und bereits in Pension, bot sich an. Samak machte denn auch nie einen Hehl aus seiner Statthalterrolle. Doch beugen mag er sich dem Druck der Demonstranten nicht. Nur das Parlament könne ihn zu einem Rücktritt zwingen, sagt Samak, er sei demokratisch gewählt.


Damit hat er natürlich Recht. Doch wie immer, wenn das politische Treiben auf Bangkoks Strassen fiebrig wird, fragen sich die Thailänder auch diesmal, wie lange das Militär wohl zuschauen wird, bevor es einschreitet, sich als Bewahrer der Nation und des Königs aufspielt, putscht und die Macht an sich reisst. Es wäre der 19. Coup seit 1932. Früher war es oft so, dass die Armee das Fieber mit einigen Regieanweisungen aus dem Hintergrund förderte, damit ihre Intervention im Volk wie eine Rettungsaktion ankam.

Samak ist Marionette von Thaksin

So war es auch vor zwei Jahren im Sommer 2006, an den sich viele Thailänder nun erinnert fühlen – bis in die Details. Damals regierte Thaksin, der Populist, der mit seiner Politik das Land in zwei Lager spaltete. Der arme, aber bevölkerungsreiche Nordosten verehrte ihn, weil er viel Geld verteilte in der Region. Er bescherte ihm zwei Wahlsiege in Folge, 2001 und 2006. Das hatte es bis dahin noch nie gegeben in Thailand. Thaksin rüttelte am alten Machtgefüge aus Bürokraten, Militärs und Royalisten. Er galt darum in den gebildeten und begüterten Schichten Bangkoks als hemdsärmelig und – viel schlimmer noch – als zu wenig königstreu. Es gab gar Gerüchte, der Multimilliardär und der König stünden sich feindselig gegenüber. Als dann auch noch publik wurde, dass Thaksin sein Telekommunikationsunternehmen Shin Corporation steuerfrei ins Ausland verkauft hatte, wuchs der Unmut auf der Strasse zum Fieber.

Die treibende Kraft der Proteste war schon vor zwei Jahren die so genannte Volksallianz für Demokratie, die nun auch Stimmung gegen Samak macht. Ihre Märsche schwollen Woche um Woche an, arteten erstaunlicherweise aber nie in Gewalt aus. Im Herbst 2006 zwang die Armee Thaksin aus dem Amt und belegte ihn und 111 führende Mitglieder seiner Partei mit einem Bann. Das Politikverbot ist noch immer in Kraft. Thaksin schickte also Samak in die Wahlen. Und der gewann den Urnengang mit dem Versprechen, er werde Thaksin aus dem «Exil» holen, rehabilitieren und dessen Politik fortführen. Und genau das setzt er nun um.

Die Putschisten traten leise ab. Ihre Regierungsbilanz war enttäuschend. Sie hatten den Kredit, den sie nach dem Coup selbst in der Mittelschicht Bangkoks genossen hatten, schnell eingebüsst. Ein neuerlicher Staatsstreich, wie ihn ausländische Investoren und Bangkoks Börse nun offenbar befürchten, käme nicht gut an im Volk. Er würde Thaksin endgültig zu einer Art Märtyrer der Demokratie machen. Die Generäle dementieren denn auch ständig und öffentlich alle Gerüchte in den Medien. Doch auch das ist eine Konstante im Drama der thailändischen Politik: Die Militärs dementierten immer schon wortreich alle Putschgelüste – jeweils bis eine Minute vor dem Putsch.

Freitag, 6. Juni 2008

Anhaltende Strassenkämpfe in Thailand!

Aus aktuellem Anlass ein interessanter Artikel, entnommen aus der Berliner Umschau:

Ministerpräsident Samak in wachsender Bedrängnis!
USA warnen Militär vor neuem Putsch!

Von Falk Hornuss

Etwas mehr als zwei Jahre nach dem Putsch des Militärs gegen den Thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra steht der ihm politisch nahestehende aktuelle Ministerpräsident Samak Sundaravej ebenfalls vor dem Aus. Nach tagelangen Protesten der Bevölkerung bereitet das Militär angeblich einen neuen Putsch vor. Die USA ermahnten das thailändische Militär bereits zur Zurückhaltung.

Am letzten Wochenende haben sich auf den Straßen von Thailands Hauptstadt Bangkok die Proteste gegen die amtierende Regierung verschärft. Erneut war es zu massiven Straßenschlachten mit der Polizei gekommen. Inzwischen haben angesichts der chaotischen Lage Gerüchte die Runde gemacht, wonach dem Land erneut ein Militärputsch bevorstehen könnte. Beobachtern zufolge würden sich die Demonstranten derzeit ähnlich zusammensetzen wie die Protestbewegung im Herbst 2006. Seinerzeit kam es zum friedlichen Sturz des amtierenden Ministerpräsidenten Thaksin durch eine königstreue Junta. Inzwischen rekrutiert sich Thailands Führung wieder hauptsächlich aus Thaksin-Parteigängern, auch wenn sich die Bewegung nun anders nennt.

Putsche in Thailand sind zwar regelmäßig (19 seit der Einführung der konstitutionellen Monarchie 1932) gegen die Regierung gerichtet, nicht jedoch gegen den König (gegenwärtig seit 1946 Bhumibol Adulyadej, auch: Rama IX.). Dieser als höchste moralische Instanz im Land hat in der Vergangenheit diverse Maßnahmen der Militärs zumindest geduldet, wenn nicht sogar angeordnet. Trotzdem ist Thailands Demokratie stabiler als die anderer Länder Asiens. Anupong Paochinda, der aktuelle Chef der thailändischen Armee, hat allerdings inzwischen dementiert, daß das Militär über ein erneutes Eingreifen nachdenke. Alle örtlichen Kommandeure seien angewiesen worden, sich nicht in die Auseinandersetzungen einzumischen. Die derzeitigen Konflikte müßten mit rechtsstaatlichen Mitteln aus der Welt geschafft werden. Gelingt dies allerdings nicht, steht einem neuen Putsch offenbar nichts im Wege.

Der aktuelle Ministerpräsident Samak Sundaravej und seine People's Power Party (PPP) stehen im Zentrum der Angriffe durch die Opposition von der nationalistischen People's Alliance for Democracy (PAD), an deren Spitze der Medienmogul Sondhi Limthongkul steht. Er war schon der Motor der Unruhen von 2006, die im September des Jahres zum Putsch und zur Absetzung des damaligen Regierungschefs Thaksin führten. Vorgeworfen wurden Thaksin und seiner Partei Thai Rak Thai (TRT), eben heute fast gleichbedeutend mit der PPP, Korruption und Machtmißbrauch. Thailands Aktienmarkt hat sich Aufgrund der Proteste mittlerweile den fünften Handelstag in Folge abgeschwächt. Sollte Thailands Militär wieder putschen, hat Washington bereits die Einstellung der jährlichen Militärhilfe in Höhe von 35 Millionen US-Dollar angekündigt.

Veröffentlicht: 4. Juni 2008

Link zum Bericht in der Berliner Umschau

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Thailand: Vom Regen in die Traufe!

Ich bin soeben auf meinem eigenen Blog unter "Thailand News" (also immer wieder reinschauen!) auf den folgenden interessanten, wenn auch nicht mehr Tagesaktuellen Artikel gestossen, den ich hier gleich 1 zu 1 abdrucken möchte, weil die Autorin die aktuelle Situation und mögliche Zukunft Thailands recht treffend auf den Punkt bringt!
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Wenn man die aktuellen Geschehnisse und das Vorgehen der Militär Junta in Burma verfolgt, die ja ebenfalls dem Irrglauben unterliegt, Schandtaten durch Zensur (Internet, Radio, TV etc.) vereiteln zu können, kommt man nicht drum herum sich zu fragen, wie sich wohl die Machtspiele der gegenwärtigen führenden Militärköpfe Thailands und deren Politik auf die zukünftige Entwicklung des Landes auswirken werden!





Im Königtum Thailand hält nur einer das Szepter in der Hand: Nach gewonnenem Referendum regiert unangefochten das Militär. Ob es das Feld für die Demokratie räumt, ist fraglich. Vielmehr scheint Thailand immer tiefer in die Fänge der Generäle zu geraten.


Während der große und stolze Bruder China sich als Austragungsort für die olympischen Spiele 2008 wappnet, kann Thailand nur mit einem protzen: Kaum ein Land hat so viele Verfassungsänderungen vorzuweisen, wie der südöstliche Tigerstaat. In den vergangenen 70 Jahren hat Thailand fast 20 verschiedene Verfassungen verabschiedet. Kürzlich war es wieder soweit. Das Volk sollte über den Entwurf einer neuen Verfassung abstimmen. Knapp ein Jahr nach dem Putsch des Militärs, mit dem der damalige Premierminister Thaksin Shinawatra seines Amtes enthoben wurde, sollte die neue Verfassung die Legitimität der Militärregierung endgültig sicherstellen.

Das Militär als Friedensengel?

So war denn auch die Verfassungsannahme durch 68 Prozent der Wahlbeteiligten, für die Militärjunta ein wohlverdienter Sieg. Hatte sie doch mit einer massiven Kampagne für die neue Verfassung geworben, die der Bevölkerung ein „stabiles und moralisch begründetes politisches System“, durch das Demokratie und konstitutionelle Monarchie gesichert würden, bringen soll.
Das Militär sieht sich gerne als Friedensengel, der die Bevölkerung aus den Händen des korrupten Thaksins rettete. Doch ob die Armee dem Land wirklich die verheißungsvolle Demokratie bringt, ist fraglich. Entpuppte sich doch bereits Luzifer, der schönste Engel im Paradies als Teufel.

Militär: Putsch einziges Mittel zur Demokratie!

Die Vorwürfe des Militärs gegenüber dem früheren Premierminister Thaksin entbehrten allerdings nicht jeder Grundlage. Dem Premierminister waren bereits im April 2006 Korruption, Vetternwirtschaft und Populismus zu Lasten gelegt worden. Auch stieß Thaksins zunehmend autokratischer Führungsstil beim Militär auf Protest. Nach gescheiterten Neuwahlen blieb – zumindest laut Militär – nur noch der Weg des Putsches übrig um die Demokratie wiederherzustellen. So kam es im September zu dem Militärputsch, der die Amtszeit Thaksins beendete und die Verfassung von 1997 außer Kraft setzte. König Bhumibol blieb das Militär allerdings treu, sei es auch nur um durch seine Unterstützung eine zusätzliche Legitimation zu erhalten. Außerdem versprach die Armee schnellst möglichst eine zivile Regierung einzusetzen. Am 1. Oktober 2006 wurde Surayud Chulanont offiziell zum neuen Premierminister ernannt, inoffiziell ist er eine bloße Marionette in der Hand des augenscheinlich demokratie-affinen Militärs.
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Parteiverbot und Zensur der Presse im Namen der Demokratie

Ist das Militär also ein Wolf im Schafspelz? Die Liebe zur Demokratie hielt sich zumindest in Grenzen, denn bereits zwei Tage nach dem Putsch wandte die Armee eben die Maßnahmen, die zu Thaksins Absetzung geführt hatten, selber an und schloss hunderte lokale Radiostationen, vor allem in den Hochburgen der früheren Regierungspartei Thais lieben Thais. Außerdem blockierte das Militär jegliche Internetseiten von Organisationen, die den Militärputsch oder die Armee kritisierten und löste die frühere Regierungspartei und drei weitere Parteien gerichtlich auf.
Das Parteiverbot und die weitgehende Kontrolle der Presse durch strenge Zensurmaßnahmen, trugen so ganz und gar nicht die Handschrift der Demokratie. Alles sei natürlich nur vorübergehend, so das Militär. „Sobald die Normalität wiederhergestellt ist, können die Parteien ihre Tätigkeit wieder aufnehmen“, hieß es. Demokratieverachtende Mittel mit dem Zweck die Demokratie wieder einzuführen? Äusserst fraglich!

Neue Verfassung als Machtabsicherung

Aber mit der neuen Verfassung soll nun ein frischer – vor Demokratie nur so strotzender Wind – durch das Land wehen. Das ist zumindest das ehrenwerte Ziel des Militärs. Leise Zweifel an der guten Absicht entstehen allerdings, da die neue Verfassung nicht nur die Macht der Politiker begrenzt - um künftige Einparteienregierungen wie die von Thaksin zu verhindern - sondern auch dem Militär bedeutend mehr Einfluss gewährleistet. Deshalb sehen Kritiker in der neuen Verfassung einen Rückschritt für die Demokratie. Denn trotz ihrer Fehler, galt die von den Militärs außer Kraft gesetzte Verfassung von 1997, als die demokratischste, die Thailand je hatte.
Thaksin konnte die Hoffnung für ein demokratisches und gerechtes Thailand nicht verwirklichen. Trotz einer zivilen Regierung und einer neuer Verfassung hat das Militär Thailand fest im Griff. Ob dadurch wirklich bessere Zeiten anbrechen, ist allerdings sehr zweifelhaft. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich Thailand vom Regen in die Traufe begibt. - Europolitan/LENA DEUTSCH

Mittwoch, 25. Juli 2007

Diebstähle Grund für Stromausfälle im Isaan: EGAT

Der staatliche Stromversorger EGAT macht den Diebstahl von Leitungen und Strommasten für die vielen Stromausfälle im Nordosten des Landes verantwortlich. Einheimische montierten sie ab, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Es würden sogar Bolzen von den Masten gestohlen, weil sie in den Fahrzeugen der Farmer verwendet werden können. Laut EGAT ist dem Problem besonders schwer beizukommen, weil das Stromnetz in der Region mit rund 7000 Kilometer Länge besonders groß sei. Die EGAT versucht, das Problem mittels Kampagnen und der Einstellung von Einheimischen zu lösen, die auf das Netz aufpassen sollen. Es wurden sogar Fischteiche rund um Strommasten angelegt, um potentiellen Dieben die Arbeit zu erschweren. TIP.TH

>> SELBST GEHÖRT - SELBST GESEHEN - SELBST ERLEBT <<
ThaiLive Kommentar zum Thema:
EGAT, Stromausfälle, Diebstahl, Typisch Thailand...

In letzter Zeit gingen mir für meine Beiträge etwas die Ideen aus, da ich hin und wieder den Eindruck hatte, darüber schon berichtet zu haben. Liegt wohl auch in der Natur der Sache, dass sich viele Themen immer wiederholen. Zum Glück sah ich dann heute die Meldung im TIP Thailand, die mich wieder einmal inspiriert hat, einen neuen Beitrag zu schreiben. Ab der Nachricht habe ich mich dann auch köstlich amüsiert und möchte diese hier gerne abdrucken, weil es dabei wieder mal so um eine typisch schöne und herrliche Thailand Story geht. Irgendwie sagt diese Kurzmeldung relativ viel über Thailand aus und passt vor allem völlig in das aktuelle Bild des Landes mit all seinen Eigenheiten, Absurditäten und Problemen.
Gestern meinte dann auch Sala (meine Frau) etwas sorgenvoll, Thailands Probleme seien zurzeit sehr ernst und schlimm (Militär-Putsch-Regierung, Wirtschaft, Demos, Bomben, Gewalt im Süden, Probleme mit neuem Flughafen, starker Baht etc.), aber ich würde mich ja nicht gross dafür interessieren! Diesen Vorwurf musste ich allerdings sofort abwenden und setzte sie wieder einmal vor meinen PC, um ihr meinen Blog zu zeigen, obwohl sie natürlich kein Wort von dem versteht, was ich hier so alles zusammenschreibe. Hätte ich tatsächlich kein Interesse an dem, was in Thailand passiert, würde ich mir mit meinem Blog wohl kaum so viel Mühe geben.

Andererseits muss man sich als Farang natürlich schon fragen, was man denn wohl für das Land so alles tun könnte (ausser Geld für Tsunami-Opfer spenden), wo man ja hier kaum Rechte hat und sich bei der Regierung fast im Kniefall dafür bedanken muss, dass man in diesem ehrenwerten Land geduldet ist!? Die Regeln für Immigranten und ausländische Unternehmen sind ja alles andere als Ausländerfreundlich, obwohl man andererseits auf deren Währung auf keinen Fall verzichten möchte. Dass ich mich nicht für Thailands Geschehen interessiere, stimmt also auf keinen Fall, aber andererseits ist es natürlich schon so, dass die Thais ihre Probleme selber lösen müssen, wie das in jedem anderen Land auf dieser Welt auch der Fall ist! Ich meine, beispielsweise die Schweiz überlässt das ja auch nicht den Jugos, Türken und Muslimen, um ein vielleicht etwas ungleiches Beispiel anzuführen…

Samstag, 14. April 2007

Majestätsbeleidiger Oliver Jufer begnadigt! - Zurück in der Schweiz!


Eigener Bericht:

Der in Thailand wegen Majestätsbeleidigung zu 10 Jahren verurteilte Schweizer Oliver Jufer wurde von König Bhumibol Adulyadej begnadigt und von den Behörden ausgeschafft. Jufer, der sich in der Zwischenzeit wieder in der Schweiz befindet, kam wohl durch seine Tat zu unverhoffter Pseudo-Prominenz. So hat sich dann sogar Bundesrätin Micheline Calmy-Rey persönlich eingeschaltet und sich bei König Bhumibol Adulyadej für die Begnadigung bedankt.
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Der 57-jährige Jufer war am 29. März in der nordthailändischen Stadt Chiang Mai zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er sich am 5. Dezember letzten Jahres im Vollrausch an 5 Porträts des Königs vergangen hatte. Dem ging voraus, dass Jufer in angetrunkenem Zustand offenbar ein paar Flaschen Bier kaufen wollte, die ihm in einem nahe gelegenen Geschäft verweigert wurden, weil Thailand für den Tag des königlichen Geburtstags ein Alkohol-Verkaufsverbot erlassen hatte. Dabei dürfte Jufer wohl ausgerastet sein und sich für die verwehrten Biers gerächt haben. Dass er sich dafür aber ausgerechnet Portraits des Königs aussuchte, war wohl die schlechteste Wahl! Die abgöttische Verehrung des Königs durch Thais, Rechte und Pflichten, sowie Gesetze, Moral und Traditionen in Thailand, sind für Westler zwar in der Tat nicht immer leicht zu verstehen und nachvollziehbar, was andererseits natürlich niemandem das Recht gibt, diese nicht zu respektieren oder zu beachten. Schweizer erwarten ja auch, dass sich Ausländer an Schweizer Rechte und Gepflogenheiten halten! Wie auch immer, Jufer hat wohl in diesem Fall noch einmal viel Glück gehabt, wenn man bedenkt, dass die thailändische Justiz ihn im Höchstfall bis zu 75 (!!!) Jahren Haft hätte verurteilen können, weil jedes versprühte Bild als einzelne Majestätsbeleidigung zählte!

Was den König wohl zu diesem Schritt bewogen hat, mag man sich dabei fragen? Hat es vielleicht mit seinem früheren Leben in der Schweiz zu tun, oder hat ihn etwa die Songkran Zeit versöhnlich gestimmt? Vielleicht will er damit ja aber auch einfach eine Botschaft an die thailändische Bevölkerung senden und damit signalisieren, den Kult um ihn und seine Familie zu lockern und ihn weniger abgöttisch anzubeten, was ja auch im Falle der YouTube Blockade wieder ganz klar zum Ausdruck kam, wo der Schuss für die Regierung dann allerdings nach hinten los ging, weil diese Sperre erst recht etliche Nachahmer aufs Parkett rief und zudem viele weitere negative Äusserungen gegen die Monarchie und das Königreich herauf beschworen hat! Politisch hält sich der König sehr zurück und zieht die Fäden lieber hinter den Kulissen und so werden sich dann Gesetze und Regeln um die Monarchie in Thailand wohl auch kaum so schnell ändern...

Freitag, 30. März 2007

Schweizer in Thailand verurteilt

Bei Majestätsbeleidigung versteht die thailändische Justiz keinen Spass!
Wer schon einige Zeit in Thailand lebt oder Thailand besser kennt, kann das gut nachvollziehen.

Bericht:

Der Schweizer hatte im Mai vergangenen Jahres im Vollrausch mehrere Porträts von König Bhumibol Adulyadej mit schwarzer Farbe besprüht. Der 57-Jährige hatte sich in allen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Er war in fünf Fällen der Majestätsbeleidigung angeklagt. Auf jedes einzelne Vergehen stehen bis zu 15 Jahre Haft. Statt maximal 75, begnügte sich das Gericht jetzt mit 20 Jahren Haft! Wegen des Schuldeingeständnisses wurde die Strafe um die Hälfte reduziert. Richter Pitsanu Tanbuakli bezeichnete die in der nordthailändischen Stadt Chiang begangenen Taten als "schweres Verbrechen". Der Verurteilte war von Videokameras bei seinen Schmierereien gefilmt worden. Er hatte sich ausgerechnet den 5. Dezember für seine Tat ausgesucht - den Geburtstag des Königs. Der aus Zürich stammende und mit einer Thäiländerin verheiratete Jufer kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Der 79-jährige König feierte im Juni vergangenen Jahres sein 60-jähriges Thronjubiläum. Kein anderer Monarch weltweit ist schon so lange im Amt. Von vielen seiner Landsleute wird er aufrichtig verehrt. Noch heute tragen Millionen Thailänder (nicht nur) montags ein gelbes T-Shirt. Gelb ist die Farbe der Monarchie, und Bhumibol wurde an einem Montag geboren. Dank dieser Beliebtheit und seiner in 60 Jahren auf dem Thron erworbenen Autorität verfügt der König auch über starken Einfluss auf die Politik seines Landes, auch wenn er kaum gesetzlich verbriefte Befugnisse hat. Sehr weitgehend ist er allerdings vor kritischen Worten geschützt.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) kommentiert die Höhe der Strafe aus Respekt für die Unabhängigkeit der Justiz nicht, wie Sprecher Jean-Philippe Jeannerat auf Anfrage sagte. NEWS.CH
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ThaiLive Kommentar zum Thema:
König, Majestätsbeleidigung, Verbrechen, westliche Sicht...

Der Verurteilte lebt seit zehn Jahren in Thailand. Nach Angaben der Schweizer Botschaft in Bangkok kann der 57-Jährige seine Strafe nicht in der Schweiz absitzen. In dem entsprechenden Rechtsabkommen sei diese Möglichkeit bei allen Delikten, die die Königsfamilie betreffen, ausdrücklich ausgeschlossen.

Der Schweizer hätte sich wohl besser beim Nebelspalter www.news.ch/Spray+it+yourself/271426/detail.htm) mit seinen Sprayereien ausgelassen, da wäre er zumindest straffrei ausgegangen!

Wer mit Thailand besser vertraut ist, dürfte das aus Schweizer Sicht wohl unverhältnismässig hohe Urteil nicht besonders überraschen. Es gibt wohl kaum ein anderes Land, wo ein Volk seinen König dermassen verehrt und ihm derart untergeben ist, wie in Thailand. Wer schon gelegentlich Bilder am Fernsehen aus dem Königspalast gesehen hat, hat sich sicher schon verwundert, in welcher für Westler fast unglaublichen Manier sich sogar Regierungsvertreter der höchsten Ränge dem König (buchstäblich) zu Füssen legen
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Unvorstellbar was passiert, wenn der über alles geliebte König seinem Volke eines Tages nicht mehr zur Verfügung stehen kann…

Freitag, 9. März 2007

Konsumentenvertrauen im Keller / Erneute Warnung vor Terror-Anschlägen in Touristenorten!

Ausnahmsweise ziehe ich zwei Berichte zusammen,
weil die Themen hier offensichtlich eng miteinander in Verbindung stehen.


Bericht:

Konsumentenvertrauen auf tiefstem Stand seit 5 Jahren!
Der Index der Universität der thailändischen Handelskammer zur Messung des Verbrauchervertrauen fiel von 79,9 Punkten im Januar auf 79,0 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit dem April 2002. Ein Index unter 100 beschmutzt bedeutet, daß die Konsumenten pessimistisch eingestellt sind. Das Vertrauen ist seit 32 Monaten, also nahezu 3 Jahren, permanent gesunken. "Die Verbraucher sind besorgt wegen der politischen Instabilität und der Eskalation der Gewalt im Süden", erklärten die Meinungsforscher. TIP.TH

Bericht:

Australien erneuert Warnung vor Anschlägen in Touristenorten!
Die australische Regierung hat erneut vor Terroranschlägen im Touristenparadies Thailand gewarnt. Das Außenministerium erklärte, Berichte des Geheimdienstes deuteten auf eine hohe Gefahr extremistischer Attentate auch in Urlaubsgebieten hin. Es bestehe die Gefahr, daß die im Süden Thailands herrschende Gewalt auch andere Landesteile erfasse, so etwa Bangkok, Phuket und Pattaya. TIP.TH

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ThaiLive Kommentar zum Thema:
Wirtschaft, Terror...

Interessant dabei ist, dass offenbar Australien (also ein "FARANG"-Land) besser über Thailands Gefahren informiert ist, als das Land selber. Da dürfte es nicht verwundern, wenn der thailändischen Polizei immer wieder Ineffizienz bei der Fahndung nach den (regelmässig in Aktion tretenden) Bomben Attentätern im Süden und Bangkok vorgeworfen wird...

Mittwoch, 28. Februar 2007

Thailand: Fälscherzentrale!

Wer in Thailand schon einmal beim Shopping war, hat es schon erlebt. Gefälschte Brands ohne Ende!

Bericht:

Thailand ist eine Fälscherzentrale: Levi Strauss
Die Levi Strauss & Co, eine der größten Markenfirmen der Welt, sagte, das Piraterie-Problem in Thailand sei derart gravierend, dass es dem lokalen, aber auch dem internationalen Geschäft des Unternehmens schade. Thailand sei nicht nur eine Basis für die Herstellung von gefälschten Produkten, sondern auch einer der führenden Exporteure solcher Fakes. TIP.TH
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Wirtschaft, gefälschte Brands, illegale Kopien...

Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, wie hier ganze Unternehmensketten ungehindert jegliche Art und Mengen von ge-fake-ten Brands importieren, produzieren, verkaufen und exportieren können! Die Art der Produkte erstreckt sich dann auch von Kleidern über Bilder, Uhren, Musik-, Video- und Software Kopien bis hin zu Parfums, Kosmetika usw.! Die Liste ist ewig...

Als ich mich einmal im Pantip (PC Shopping Center in Bangkok) nach einer ORIGINAL Antivirensoftware umsah, hatte ich die grösste Mühe, eine solche zu finden. Ich habe dort auch schon erlebt, dass ich meinen Verkäufer kaum mehr gefunden habe, weil er alle Software von seinem Stand geräumt hatte. Bei der Frage nach dem Grund war die Antwort: Polizeikontrolle. Man muss sich das einmal vorstellen! Dabei kann hier ja jeder Polizist und jeder Beamte zu jeder Zeit und „undercover" ins Pantip gehen, solche Ware beschlagnahmen und sehen, was da abgeht! Zudem weiss ganz Bangkok was dort läuft. Solche Kontrollen können wirklich keinen ernsthaften Charakter haben und wohl nur zu „pro forma Zwecken" durchgeführt werden. Ich nehme auch nicht an, dass die Regierung ernsthaft daran interessiert ist, überhaupt etwas gegen diese Piraterie zu unternehmen, denn davon lebt hier schliesslich ein ganzer Wirtschaftszweig und das Bruttosozialprodukt und der Durchschnittsthai könnte sich die Originale schon gar nicht erst leisten…

Montag, 8. Januar 2007

Thailand kommt nicht zur Ruhe!

Bericht:

Bombenserie kann Wirtschaft 50 Milliarden kosten!
Experten sehen die Bombenserie vom Silvestertag in Bangkok auch als neuen Schlag für das Investitionsklima. Weil sowohl Investoren als auch Touristen empfindlich auf eine verschlechterte Sicherheitslage reagieren, sagt die Universität der Thailändischen Handelskammer für die Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres Einbussen in Höhe von 50 Milliarden Baht voraus. Die Analysten rechnen beim Tourismus um 20 bis 30 Milliarden Baht geringere Einnahmen. Mitarbeiter der Universität hatten in der Vorwoche rund 100 Inhaber oder Geschäftsführer von Reiseagenturen befragt. Sie gaben an, die Zahl der ausländischen Urlauber könnte in den ersten drei Monaten um bis zu 20 Prozent hinter den Prognosen liegen. Die Tourismusbranche macht sieben Prozent der Wirtschaftskraft aus. TIP.TH
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Wirtschaft, Terror, Unruhen...

Thailand kommt einfach nicht zur Ruhe und im Ausland immer wieder negativ in die Schlagzeilen! Früher war es wegen der blutigen Putschs, später und bis heute wegen der andauernden Gewalt im Süden, dann kam vor 2 Jahren der Tsunami und vor ein paar Monaten ein weiterer Putsch mit Militärgewalt und jetzt noch die Bombenanschläge in Bangkok. Kaum haben die Bevölkerung und die Touristen die negativen Ereignisse des Landes vergessen, tauchen die nächsten auf. In dieser unstabilen Lage ist es für das Land sehr schwer, seine wirtschaftliche Entwicklung zu planen und zu beurteilen. Prognosen müssen immer wieder korrigiert werden. Investoren verlieren den Mumm zum Investieren, Börsianer den zum Handeln und Touristen den zum Reisen! Manch einer würde sicher viel dafür geben, in die Kristallkugel Thailands zu schauen, um einen Blick auf die zukünftige Entwicklung des Landes zu werfen. Es ist an der Zeit und Thailand zu gönnen, wenn es bald wieder einmal zur Ruhe kommt und sich das Volk, Touristen, Börsianer, Geschäftsleute und Investoren entspannen und nicht mehr zu sorgen brauchen...