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Dienstag, 5. Juni 2012

Thailand / Schweiz - Internationaler Haftbefehl gegen die Schweizer Roger Ritter & Christoph Beer, VISION Finance & Investments Ltd., Thailand

Als einzige Erfolgsstory las sich die Chronik der VISION Finance & Investments Ltd., mit Geschäftsdomizil auf Phuket und Steuersitz auf den British Virgin Island, noch bis vor einem Jahr.

Die kleine Investmentfirma, welche gerade mal aus den Schweizern Roger Ritter (Bangkok) & Christoph Beer (Phuket), sowie dem freien Vertreter Romano Tolotti aus der Schweiz bestand, blickte damals auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Rund 18 Jahre schwarze Zahlen, über 200 Kunden und ein Gesamtinvestmentkapital von rund 50 Mio. Schweizer Franken, konnte das Unternehmen damals vorweisen.

Ausschliesslich Devisen, wenige Edelmetalle und einige Optionen wurden gehandelt. Der Zinsgewinn für die Anleger betrug jährlich um die 20%. Die Investmentziele waren so unterschiedlich wie die Altersstruktur der Anleger. Weniger als 10 war der jüngste, 99 der älteste! Mittelfristiges Sparen mit offenem Verwendungszweck, Verbesserung des Lebensstandards im Alter, sowie Rückzahlung von Hypotheken standen im Vordergrund. Ein kleiner Teil schöpfte die Zinsen regelmässig pro Quartal oder jährlich ab. Darunter ein paar Schweizer Expats in Thailand. Die Anlageverträge enthielten fast ausnahmslos eine Klausel die sicherstellte, dass der Handel bei Erreichen von 10% Verlust auf dem Investmentkapital ausgesetzt und die Kunden unverzüglich benachrichtigt werden. Ein Durchschnittsanleger mit einer Gesamtsumme von CHF 250‘000.--, konnte so z.B. das Verlustrisiko auf maximal CHF 25‘000.-- beschränken.

Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt.

Seit 11. Juli 2011, sind Ritter & Beer nicht mehr erreichbar. Die Schweizer Botschaft in Bangkok wurde avisiert, um Abklärungen betreffend Wohnort, Spitäler, Flughäfen und Visakontrolle vorzunehmen. So zumindest die Aussage des VISION Vertreters Romano Tolotti aus der Schweiz. Später stellte sich allerdings heraus, dass zu dieser Zeit weder Familienangehörige, noch Herr Tolotti, noch die Anwälte WerderViganó je eine Vermisstenanzeige eingereicht hatten, die es damals ermöglicht hätte, an Adressinformationen bei der Schweizer Botschaft zu kommen, zu denen ansonsten nicht mal engste Familienmitglieder Zugang haben. Die Tatsache, dass die Herren Ritter & Beer weder mit Familienangehörigen und Freunden, noch mit Verwandten und Bekannten in Kontakt traten, nährten zu Beginn Spekulationen jeglicher Art. Ein Zusammenhang mit der VISION Finance & Investments Ltd., konnte zwar nicht ausgeschlossen werden, schien aber am Anfang noch eher unwahrscheinlich. Erst ein kurzer Anruf von Ritter bei dessen Mutter in der Schweiz, warf Wochen später Zweifel auf. Er würde später alles erklären, meinte er damals. Daraufhin tauchten Ritter & Beer vollends ab und ihr Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt. Auch beim Schweizer Verein „Swiss Society Phuket“, auf dessen Website Herr Beer noch entspannt von der Frontseite lächelte, wurde dieser laut Präsident Urs Aebi schon Monate zuvor nicht mehr gesehen. Kurze Zeit später verschwand sein Bild von der Website und ein Vertreter einer mehrköpfigen VISION Interessensgruppe aus Phuket meldete sich zu Wort.

Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen Ritter & Beer!

Nach dem Untertauchen von Ritter & Beer, wurde Romano Tolotti in der Schweiz aktiv und informierte seine Kunden. Des Weiteren trat das Anwaltsbüro WerderViganó auf den Plan. Dieses eröffnete ein Strafverfahren und leitete das Einfrieren des VISION Kontos bei der Deutschen Bank ein. Kunden erhielten die Möglichkeit, einem Geschädigtenpool beizutreten und wurden dafür mit CHF 500.-- zur Kasse gebeten. 2 Rundschreiben von Romano Tolotti und insgesamt 5 von den Anwälten WerderViganó erhielten die Poolteilnehmer bis heute. In der letzten Ausgabe vom April 2012, wurden diese über die Ausstellung des internationalen Haftbefehls gegen Ritter & Beer informiert. Im selben Schreiben riefen die Anwälte dazu auf, sie bei der Suche und Ermittlung des Aufenthaltsortes von Ritter & Beer zu unterstützen, was für den Autor Auslöser für den vorliegenden Bericht war.

Am Ende alles ein einziger Betrug?

Die aufwendigen und langwierigen Untersuchungen, die vorläufig bis ins Jahr 2006 zurückgehen, ergaben, dass sich von den 50 Mio. Schweizer Franken gerade mal noch CHF 170‘000.-- auf dem Konto befinden. Devisengeschäfte konnten zwar nachgewiesen werden, die Performance von rund 20% wurde jedoch nie erreicht. Bereits 2005 war laut Deutscher Bank nur noch die Hälfte der Kundenguthaben durch Vermögenswerte gedeckt. Alleine im Zeitraum 2006 bis 2011, sind nebst Verlusten im Handel, Mittel in Höhe von 7 Mio. Schweizer Franken abgeflossen. Davon CHF 0,7 Mio. an Herr Beer, CHF 1,0 Mio. an Herr Ritter und CHF 3,3 Mio. an Romano Tolotti, die aus Honoraren der fiktiven Performance resultierten. Verbleibende CHF 2,0 Mio., konnten zu dem Zeitpunkt noch nicht zugeordnet werden.

Zurückhaltung bei der deutschsprachigen Presse in Thailand!
 
Da sich die deutschsprachige Thailand Presse nicht an den Fall heran traute, habe ich das übernommen, um umfassend darüber zu berichten. Aus Sicht des Insiders, birgt dieser Bericht kein Gefahrenpotenzial mehr, die mutmasslichen Betrüger zu warnen, da diese bereits vor 11 Monaten untertauchten, sich vermutlich schon längst ausser Landes befinden und schon seit Monaten damit rechnen mussten, rechtlich verfolgt zu werden!

Nachtrag August 2012

Erst nachträglich habe ich von der Schweizer K-Tipp Ausgabe 01/2012 erfahren, in der dieser Fall bereits Anfangs 2012 erschien (www.ktipp.ch/themen/beitrag/1069982/Zu_schoen_um_wahr_zu_sein). Nach Rückfrage bei den Anwälten WerderViganó, wussten nicht mal diese davon, obwohl der Autor meinte, dass diese damals dazu abgeraten hätten. Eine PDF-Datei des Artikels, kann über nachfolgende E-Mail Adresse bezogen werden.

Zudem hat die Einwohnerkontrolle Oberrieden die Aussage eines Lesers bestätigt, wonach sich der Vision Vertreter Romano Tolotti aus der Schweiz nach Llucmajor Mallorca (Spanien) abgesetzt hat. Dies geschah laut deren Angaben am 20. Juli 2012 und wirft weitere Fragen zur Rolle von Herr Tolotti auf!
  
Sachdienliche Hinweise bitte an folgende Adresse: markusz(ad)mz-online.net. Dabei bitte (ad) durch üblichen E-Mail "Affenschwanz" ersetzen, den ich wegen Spamgefahr wegliess.
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Dienstag, 31. Januar 2012

Politik in Thailand, oder: Thailand hat seinen "Mr. Clean Facebook"!

Als in Thailand lebender Blogger, früherer Forenteilnehmer und heutiger „Facebooker“ mit eigener Thailand Facebook Gruppe (Deutschsprachige Expats und Thailand Fans), erlebt man so manches und wird mit so vielen und unterschiedlichen Meinungen konfrontiert, wie sonst kaum im realen Leben. Dazu gehört eben auch, dass einige Leute schon mal „persönlich“ werden und bis hin zur Fäkalsprache benutzten. Nach der 1. Diskriminierung und Verleumdung gewöhnt man sich allerdings daran und steckt das weg wie Fliegendreck.

Gestern hat es auf Facebook dann allerdings doch wieder mal jemand geschafft, mich auch am Folgetag noch mit ihm zu beschäftigen. Nicht etwa deshalb, weil mich seine Zeilen jetzt aus der Bahn geworfen hätten, nein, ganz einfach deshalb, weil ich der Internet Gemeinde einmal vorzuführen möchte, was im Alltag eines Bloggers und Facebookers so alles passieren kann. Im Folgenden werde ich deshalb die Vorwürfe und Schlussfolgerungen von „Mr. Clean Facebook“ (wie ich ihn hier nenne) zum Besten geben. Er hat sie gestern auf Facebook überraschend an mich heran getragen. Dazu muss ich allerdings erst ein paar Erläuterungen zu Facebook abgeben.

Bei Facebook ist es möglich, Kommentare und Facebook Seiten zu „liken“, oder auf Deutsch zu „mögen“. Man braucht jedoch "die Meinung" einer Seite nicht zu teilen, um regelmässig an deren aktuelle Informationen zu kommen, sondern "liked“ sie ganz einfach und kann diese somit einer eigenen Liste beifügen, die wir in meinem Fall „Thailand News“ nennen. Rufe ich nun diese Liste auf, erhalte ich per Mausklick jederzeit alle aktuellen Meldungen der gelisteten Seiten. Dabei bin ich völlig frei in der Gestaltung und kann der Liste jede News (Medien), Politik etc. Seite beifügen, die mich interessiert, oder über welche ich informiert sein will. So habe ich unter vielen anderen dann auch die Seite der aktuellen Regierung hinzugefügt. Ein spitzfindiger Facebook User hat das bemerkt und nun wie folgt ausgelegt. Dabei handelt es sich um die ungekürzte Originalversion, inkl. aller Rechtschreibe- und Satzstellungsfehler, welche ich in Form eines Rundschreibens sowohl in Deutsch wie auch Englisch erhielt. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich die Person auf Facebook auch schon als „Journalist“ ausgab. Man kann sich gut vorstellen, wie neutral eine thailändische Berichterstattung mit einer solchen Einstellung von Statten geht und beachte insbesondere die „grosse Toleranz“, welche die Person für sich in Anspruch nimmt!


Und nun zum Anliegen dieser Person:

hallo markus

frühlingszeit - zeit für hausputz und grossreinemachen im facebook account. das um sicherzustellen dass freunde auch wirklich freunde sind, oder, falls "nur" onlinefreunde, dann wenigstens solche mit denen ich in grundlegenden fragen einigermassen auf einer ähnlichen linie bin.

ich habe mit verwunderung gesehen dass Dir yingluck's facebook seite gefällt, und entnehme dem, dass Du somit also Ihre regierung unterstützt.

da meiner meinung nach yingluck, als marionette ihres kriminellen bruders thaksin, samt ihrer terroristischen regierung, eine reine katastrophe für thailand ist, sind wir hier in einer sehr zentralen frage offenbar gegenteiliger ansicht.

nun bin ich ein sehr toleranter mensch, es ist mir egal ob jemand schwarz oder weiss ist, ob er links, mitte, oder sogar rechts steht. die grenze ziehe ich bei terrorismus und extremen kriminellen. ich würde beispielsweise mit sicherheit darauf achten dass keine nazis unter meinen freunden sind. so ähnlich verhält es sich mit thaksin-anhängern. meiner meinung nach ist die thaksin familie die grösste pest die thailand in diesem jahrhundert zu überstehen hat, und es macht mich persönlich traurig zu sehen dass ein land dem macht- und geldhunger einer einzigen familie zum opfer fällt - niemand hat zuvor meine wahlheimat thailand so gespalten wie thaksin, und ich fürchte sehr dass dieser riss nicht mehr zu flicken ist.

Dein forum ist toll (damit ist die Facebook Gruppe „
Deutschsprachige Expats und Thailand Fans“ gemeint), und wenn Du mich nicht rausschmeisst bleibe ich gerne weiterhin dort, aber als unterstützer der roten terroristen gehörst Du halt eher nicht auf meine freundesliste.

ich wünsche Dir nur das beste und verbleibe

mit herzlichen grüssen
„Mr. Clean Facebook“


Was die Politik Thailands betrifft, halte ich mich bei politischen Diskussionen unter Farangs bewusst raus. Aus dem gleichen Grund wird man auf diesem Blog auch keinerlei Statements finden. Wir Farangs sind Gäste in diesem Land und als Westler geduldet und müssen es der Thai Regierung überlassen, wie sie ihr Land führen. Deutschsprachige Europäer wären vermutlich dann auch die ersten, die sich empören würden, wenn sich Ausländer ohne Stimmrecht in die Angelegenheiten ihres Landes mischen würden!
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Freitag, 18. November 2011

Carsten Schmidt’s Schicksal – Farang in Thailand vom Hochwasser erfasst!

Ich lebe schon lange in Thailand und bin Franchise-Nehmer eines 7/11 Shops, den meine Frau seit 5 Jahren betreibt. Als 2. Standbein habe ich mir in der Nähe eine kleine Bäckerei eingerichtet. Das Gebäck verkaufte ich auf lokalen Märkten, vorwiegend in Muang Ake, einer Siedlung in Rangsit-Pathum Thani. Als diese nicht mehr zu erreichen war, bekamen die TV Bilder ein Gesicht.

Anfang Oktober glich Muang Ake einer Landzunge im Norden. Im Westen und Osten wurden hohe Sandsackwälle errichtet, wobei 2 Zufahrtswege geöffnet blieben. Die Märkte brachen ein und mit Backen war es vorbei. Den 7/11 Shop hätten wir auch am liebsten geschlossen. Die Anlieferungen blieben aus und die Regale leerten sich zusehends. Der Franchisegeber Charoen Pokphand (www.cpthailand.com) bestand allerdings darauf, die Geschäfte am Laufen zu halten und erst dann zu schliessen, wenn das Wasser unmittelbar vor der Tür steht. Kurze Zeit später erreichte die Flut die Südseite des Wat Nawong. Per Auto kam man gerade noch durch. Dabei hatte ich die Strasse zum Fluchtweg erkoren, weil der Weg südöstlich bereits unter Wasser stand. Der dortige Bahndamm hielt aber noch. 

Die Anwohner meinten, ich bräuchte mir keine Sorgen zu machen, denn hier hätte es noch nie Probleme gegeben. Die Gegend sei sicher, da die 2 Golfplätze in der Nähe gut geschützt würden. Ein paar Tage später lief das Wasser über den Bahndamm und anschliessend direkt in meine Bäckerei. Ich hatte schon vorher alles gesichert, höher gestellt und die Sicherungen entfernt. Zudem hatte ich diverse Gegenstände aufs Auto verladen und zum 7/11 gebracht. Dort war es noch trocken und der Laden geöffnet. Meine Frau ist Nichtschwimmerin und wenn wir bis zum Ende geblieben wären, hätte ich meinen fast neuen Toyota Vigo nicht mehr heraus bekommen. Deshalb sind wir zur Schwägerin nach Sai Mai gefahren und haben den Laden zwangsweise in die Obhut der Angestellten übergeben. Die Strasse vorbei am Wat Nawong, stand schon tief unter Wasser. Bugwellen entgegenkommender Fahrzeuge klatschten bis zur Frontscheibe hoch und überspülten das Dach. Die Anspannung war gross und wich erst, als wir in Sai Mai ankamen. In der Siedlung der Schwägerin drang das Wasser auch schon durch Abwasserkanäle und setzte die Strassen nur 2 Tage später mit 10cm unter Wasser. Wir kauften noch Backsteine und bildeten eine Mauer, aber als das Wasser weiter stieg, stand es schon im Haus.

Danach sind wir zur Schwester nach Minburi gefahren, in deren Neubausiedlung bis auf eine grössere Pfütze noch alles im Trockenen lag. Die ganze Sippe war da. Eltern, Schwestern, Brüder - und alles was dazu gehört. Wir schliefen am Boden auf Decken, die im ganzen Haus verteilt waren. Der Vater beruhigte, hier sei alles sicher, wessen Meinung er 2 Tage später revidierte. Also sind wir weiter nach Nakon Sri Thammarat gezogen, wo wir das Stammhaus der Familie erreichten. Mir war das nicht recht, weil‘s dort noch ungemütlicher war und ich die Hälfte der Familie nicht mochte.

Boller Hans hatte mir schon mehrfach Hilfe angeboten, aber meine Frau hatte sich immer gesträubt. Sie wollte im Kreise der Familie bleiben und sich nicht in fremde Obhut begeben. Später nahm sie Kontakt mit einer Freundin aus Phuket auf, die dort mit einem subkontinentalen Asiaten verheiratet ist und ein Restaurant betreibt. Wir könnten zu ihnen ziehen und ich dort Kebab verkaufen und Kuchen backen und erst noch preiswert wohnen, meinte sie. Das klingt gut, dachte ich mir und so sind wir weiter nach Phuket gezogen. Dort frisch angekommen, war die Welt noch in Ordnung. Tags darauf änderten sich allerdings die Vereinbarungen. Das Zimmer sollte jetzt plötzlich 700.-- Baht Hochsaisontarif/Tag, anstatt 5‘000.-- im Monat kosten und Kebab und Kuchen könnte ich mir ans Bein streichen, weil ich damit ihr Geschäft konkurrenziere. Ich sollte besser vor dem Restaurant Ausflugstouren verkaufen, weil das eine gute Provision abwirft und mich keine Standmiete kostet. 40% gingen an ihn und 60% an mich. Da würden dann nur noch 10‘000.-- Baht an Anmeldegebühren anfallen. Ich hatte noch nicht fertig überlegt, als schon wieder von 5‘000.-- Baht Miete die Rede war.

So viele Änderungen in so kurzer Zeit - das war zu viel! Am nächsten Tag packten wir die Koffer und reisten zu Boller Hans. Dieser hatte noch immer ein Zimmer für uns bereit, denn gute Freunde bleiben bei ihren Zusagen! An diesem Ort, westlich von Bangkok in Richtung Kanchanaburi, geht es uns gut und wir wollen hier einen Neuanfang wagen. So machten wir uns vor ein paar Tagen auf, Muang Ake mit dem Boot zu erreichen. Unser 7/11 war bis zu 2/3 abgesoffen und in der Bäckerei stand das Wasser bis zum Bauch. Es stank fürchterlich und die Wände waren schon mit Schimmel befallen. Anhand der Wasserränder konnte man sehen, wie hoch das Wasser ursprünglich stand. Bis zur Schulter muss es gereicht haben. Viel höher, als ich dachte. Dadurch ging mehr in die Brüche, als erwartet und so war für mich schnell klar, dass ich nicht mehr an diesen Ort zurückkehren konnte.

Wir holten dann noch den Ofen und schoben ihn durchs Wasser, bis zu einer Brücke, von wo wir ihn aufs Auto hievten. Den Fernseher, Teigkneter und die Gefriertruhe etc., transportierten wir auf einem gemieteten Boot. Als der Bootsführer sah, was wir alles angeschleppt hatten, verdoppelte er seinen Preis auf der Stelle auf 2‘000.-- Baht. Das Ausnutzen von Notsituationen ist hier normal. Nächstes Mal gehe ich erst wieder dahin, wenn der Ort wieder per Auto erreichbar ist. Bleibt zu hoffen, dass die verbleibenden Sachen noch in Takt sind, falls sie nicht schon entwendet wurden.

Wie es auch immer enden mag, ich werde den Kopf nicht hängen lassen und hier in Ban Heu Krabock zwischen Bangkok und Kanchanaburi neu anfangen und eine kleine Bäckerei aufbauen, mit feinem Brot und Kuchen, wie in Deutschland!



Zudem noch ein Link zum Thema Schimmel, der hier auch zur Sprache kam: www.wochenblitz.com/nachrichten/17310-schimmel-soll-beseitigt-werden.html#contenttxt%20
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Samstag, 29. Oktober 2011

Gast-Bericht eines Deutschen Expats aus Bangkok!

Folgenden aktuellen und authentischen Bericht eines Deutschen Expats in Bangkok möchte ich an dieser Stelle gerne auf ThaiLive wiedergeben:

Ich lebe mit meiner Partnerin in Bangkok in der Ramkamhaeng Road. Das ist nordöstlich gelegen, jedoch relativ zentral und nicht am Rande der Stadt. Seit 2 Wochen wird das Wasser hier nun schon erwartet, aber es passierte bis heute nichts. Wir wohnen im Erdgeschoss und wären deshalb besonders betroffen. Meine Partnerin hatte schon vor 3 Wochen eine Luftmatratze gekauft, auf der sie nun schläft, weil sie Angst hat, das nachts das Hochwasser kommt. Seit sie die Matratze hat, ist sie wesentlich ruhiger geworden, treibt mich aber trotzdem seit 2 Wochen täglich an, Lebensmittel, Lebensmittel und nochmals Lebensmittel zu kaufen, Trinkwasser Vorräte zu verdreifachen und Wassertonnen für Dusch- und Waschwasser zu organisieren. Kam noch dazu, dass sie eines Morgens loszog, um alle auftreibbaren Sandsäcke zu kaufen, die im Moment noch verfügbar waren. Ein Sandsack kostet aktuell um die 45 Baht, also teuer. Heute hatten wir noch nachgelegt und diverse Rigipsplatten gekauft, mit denen wir die Türen und Fenster von Aussen dichtmachten, nachdem wir diese mit Folie isolierten. Zwischenzeitlich haben wir in der 2. Etage ein freies Apartment als Fluchtwohnung angemietet, für den Fall, dass das Wasser mehr als 50cm steigt. In dem Fall würden wir unser jetziges Apartment „versiegeln“ und nach oben ziehen.

Bislang ist Bangkok relativ trocken geblieben. Ausnahme sind der gesamte Norden im Don Mueang Bereich, die linke Seite des Chao Praya Flusses, also Thonburi, im Nahbereich des Flusses, sowie nahe dem rechten Bereich des Chao Prayas, dessen Teil es im Moment noch nicht so stark getroffen hat. Im Nordosten ist es Sai Mai und Minburi. Minburi schon seit letzter Woche. Gestern gab es in der Soi 50 an der Sukhumvit nasse Füsse, weil ein Deich gebrochen war. Später hiess es, das Wasser sei aus den Gulli’s gekommen.

Und da sind wir auch schon beim Hauptproblem! Die Regierung und das FROC gaben und geben ständig bewusste oder unbewusste Falschmeldungen und Informationen an die Bevölkerung heraus, mit denen sie beim Volk Panik und Verunsicherung auslösen, ohne bestehenden Anlass. Solche Meldungen hören sich dann in etwa wie folgt an:

Flutwehre werden heute geöffnet, bitte alles in die oberen Etagen bringen, oder besser noch Bangkok verlassen. – Nur 1 Tag später heisst es dann, dass noch keine Flutwehre geöffnet wurden und die Leute nicht in Panik verfallen sollen. - Neue Info: Auf Grund der Versorgungsprobleme mit Trinkwasser sollen die Bangkoker das Leitungswasser in Trinkflaschen abfüllen, das Wasser hätte beste Qualität und sei nicht verunreinigt. - 2 Tage später wird gewarnt, dass man auf keinen Fall Leitungswasser trinken soll. - Vorgestern dann die Information, dass diverse Strassenbereiche im Osten gesprengt werden sollen, um das Wasser aus der Stadt in Richtung Osten zu kanalisieren und die Khlongs zu entlasten. - Gestern dann die Mitteilung, dass dieser Vorschlag von der Premier Ministerin abgelehnt wurde und nicht durchgeführt wird. – Heute meldeten die Medien, dass möglicherweise nun doch gesprengt werden soll. Die gesamte Versorgung durch die öffentlichen Medien ist eine Farce, ein reines Schmierentheater.

Vorgestern hat die Regierung alle Beamten in einen bezahlten 5 Tages Urlaub geschickt. Die Flutdämme am Airport Suvarnabhumi wurden auf 4m erhöht und alle Bangkoker sind in dieser Woche 2x aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen, denn Hilfe könne bei der Evakuierung nicht garantiert werden. Das war für mich ein Zeichen, dass die braune Brühe nun wirklich im Anmarsch ist. Gestern war es dann soweit. Der Chao Praya Fluss ist übergelaufen und von Don Mueang her läuft immer mehr Wasser Richtung Zentrum. Im Moment ist das Wasser auf der Lat Prao Road im nördlichen Bereich Bangkoks angekommen. Dort soll es etwa 50cm hoch stehen und sich direkt in unsere Richtung (südlich) bewegen. Im Weiteren wird gesagt, dass sich die Strassen schneller fluten, als angenommen. Ich erwarte das Hochwasser in unserem Gebiet morgen Sonntag früh oder gegen Mittag!

Wegen dem Wasser mache ich mir allerdings weniger Sorgen. Vielmehr ist es das Problem mit der Versorgung von Lebensmitteln, denn es hat schon in den vergangenen 2 Wochen viele Hamsterkäufe gegeben und die Grossmärkte kommen mit den Lieferungen nicht mehr nach. Auch deshalb nicht, weil viele Grosslager durch Hochwasser schwer, bis gar nicht mehr erreichbar sind. Gestern sind die ersten Flieger aus Malaysia am Suvarnabhumi Airport gelandet, komplett gefüllt mit Trinkwasser, da die Trinkwasserversorgung in einzelnen Gebieten zusammen gebrochen ist. Wir haben Vorräte für ca. 2 Wochen. Das Wasser wird aller Voraussicht nach schätzungsweise aber 1-2 Monate bleiben, wenn es denn kommt und somit auch Grossmärkte und Minimarkts über längere Zeit lahm legen.

Was mein eigens Business betrifft, habe ich auch ein Handicap, weil die Post dann nicht mehr funktioniert und wegen Stromabschaltung das Internet weg bleibt. Zudem werden meine Lieferanten A: nicht mehr erreichbar sein und B: keinen Nachschub mehr erhalten. Um es auf den Punkt zu bringen, Bangkok wird komplett stillstehen, wenn das Wasser überall angekommen ist. Der Abfluss über den Chao Praya ist auch durch die Springflut begrenzt, die heute begonnen hat. Der Meeresspiegel ist angestiegen und bremst den Abfluss des Wassers zusätzlich aus. Demzufolge wird es in Bangkok stehen bleiben.

Nächstes Problem sind die dilettantischen Deichkonstruktionen aus Sandsäcken im Norden und Osten. Die können nicht halten. Wenn die erst mal aufbrechen, insbesondere in Nonthaburi und Pathumthani, kommt ein kleiner Tsunami durch Bangkok gerollt, denn dort oben im Norden steht die Suppe schon seit Wochen auf 1m und höher und staut sich an allen Ecken. Ich hatte es gestern mal grob durchgerechnet. Es gibt ausserhalb Bangkoks etwa 10 Mal so viel Wasser auf 1m Stau-Höhe, wie in ein unbebautes Bangkok passen. Diese Mengen müssen erst mal durch Bangkok fliessen, bis der Spuk vorbei ist. Heute lese ich, dass im Norden von Thailand schon wieder einige Flüsse über die Ufer traten. Bleibt nur noch zu hoffen, dass es die neuen Wassermassen gar nicht erst bis zur Hauptstadt schaffen...!
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Mittwoch, 5. Oktober 2011

Hua Hin, Thailand: Dicke Luft im Rentnerparadies

Bei der Senioren Residenz Lotuswell, von der im folgenden NZZ-Bericht die Rede ist, handelt es sich um ein Projekt, welches ThaiLive schon lange verfolgt und um einen Schauplatz, den wir bereits im Juni 2006 besuchten. Als ich damals mit dem Schweizer Besitzer und Erbauer Cornelius Steger über das kahle und unbebaute Gelände schlenderte, welches nur aus Wiese und Bäumen und einem kleinen Holzhaus am Ende des Grundstückes bestand, konnte man sich kaum vorstellen, dass dort eines Tages eine riesige Senioren Residenz entstehen wird, so wie sie auf dem Schild am Eingang des Grundstückes zu sehen war. Eine „One Men Show“, wie es damals schien, könnte das kaum zustande bringen, hätte man da noch denken können.
 
Beim nächsten Besuch stand bereits das Office, in dem ein paar junge Architekten mit der Planung der Anlage beschäftigt waren und auf dem Gelände waren die ersten Bauten zu sehen, welche das Gesamtbild der Senioren Residenz nur mit viel Phantasie erahnen liessen.
 
Im Februar dieses Jahres, als ich einen guten Schweizer-Freund in seinen Urlaub nach Phuket begleitete, haben wir uns die Anlage gemeinsam angesehen und bei der Gelegenheit ein weiteres Mal mit Cornelius Steger gesprochen. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich tief beeindruckt bin, was der Mann in der Zeit so alles geleistet und aus dem Boden gestampft hat, selbst wenn das länger gedauert hat, als ursprünglich geplant. Wer jedoch schon länger in Thailand lebt, wird sich darüber nicht wundern und viele Schweizer Rentner, die dort nun geruhsam ihren Lebensabend verbringen, dürften keine Ahnung haben, was dieser Mann alles auf sich genommen und hinter sich gebracht hat und welch endloser Hürdenlauf nötig war, um dieses Projekt zu dem zu machen, was es heute ist:
 
Eine wunderschöne, prächtige Anlage mit vielen Wasser Kanälen und üppiger Flora und Fauna, in der man das Leben in vollen Zügen geniessen kann, sofern man sich etwas von seiner engstirnigen und kleinkarierten Schweizer Mentalität lösen kann. Anstatt die Unvollkommenheit zu suchen und sich über „Kleinigkeiten“ wie Bauverzögerungen etc. zu ärgern, mit denen man in Thailand immer rechnen muss, sollte man besser seine neue Freiheit, viel Sonne und Wärme, das nahe Meer und die Freundlichkeit der Thailänder und Thailänderinnen geniessen!


Nachträglich noch ein YouTube Video Link, bei dem unter anderem auch Cornelius Steger und das Lotuswell zu sehen ist: www.youtube.com/watch?v=lE6MpSmzrD0&feature=youtu.be. Grundsätzlich geht es in dem Dokumentarfilm ganz allgemein um den "Alterssitz Thailand".


Nachträglicher Link zu einem Bericht, in dem Lotuswell ebenfalls erwähnt wird:
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Mittwoch, 24. August 2011

Thailand: So lebt Schweizer Börsenguru Marc Faber in Chiang Mai

Wer schon immer wissen wollte, wo und wie der Schweizer Börsenguru Marc Faber in Thailand lebt, findet auf nachfolgendem Link eine interessante Bildstrecke seines Anwesens:

Wer mit der Börse und daher mit Marc Faber weniger vertraut ist, findet auf Wikipedia einige Angaben zu seiner Person:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Faber
(ein gelegentlicher Update der Wikipedia Seite sei Marc Faber von meiner Wenigkeit her empfohlen).

Ein weiterer Bericht von 2010 findet sich auf folgender Seite:

Und hier findet man ein englisches Video mit seiner Erklärung, warum er gerne in Thailand lebt:

Und zu guter Letzt noch ein Link zu seinem Blog:

Donnerstag, 10. März 2011

Wein aus Thailand: Winzerin und Kellermeisterin Kathrin Puff im Monolog

Ich liebe hautnahe und unverblümte Themen und Berichte mit Thailandbezug. Deshalb möchte ich unbedingt auf den Monolog der Winzerin und Kellermeisterin Kathrin Puff hinweisen, welche meint, dass es kein anderes Weinbaugebiet gibt, als jenes in Hua Hin, das näher am Äquator liegt. Der Bericht stammt von Martin Amanshauser von Die Presse.com und bringt das Thema "Wein aus Thailand" in dieser Kürze und Prägnanz auf den Punkt, wie kaum ein anderer Beitrag zu diesem Thema.

In den Tropen fehlen uns der Winter und der Frühling – den Herbst gibt es übrigens auch nicht. Für den Weinbau bedeutet das zunächst einmal nichts Gutes! Die Rebe bleibt immer grün und verhält sich extrem vegetativ. Unter tropischen Gegebenheiten würde sie immer weiter gedeihen und unheimlich viele Triebe schlagen.
Der Rebschnitt könnte also im Prinzip jederzeit gemacht werden. Nur gibt es hier von Juni bis Oktober eine Regenzeit mit sintflutartigen Niederschlägen, täglich zwischen 16 und 17 Uhr. Während dieser Regenzeit schneiden wir unsere Trauben raus – die verwenden wir gar nicht. Es hätte keinen Sinn, es ist zu feucht, Pilze fängst du dir ziemlich rasch ein.

November bis April ist Trockenzeit und im Mai folgt ein kurzer, elend heißer Sommer. Mit dem Rebschnitt fangen wir daher Ende Oktober an, es dauert bis Mitte Februar, bis die Trauben reif sind. Wir müssen natürlich bewässern. Wir haben also zwei Zyklen, machen aber nur eine Lese. Das ist die Hauptregel unseres tropischen Weinbaus...


HIER geht's zum Bericht.
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Mittwoch, 2. März 2011

Tod in Thailand: Liz Luxen, Feuerbestattungen/Einäscherungen

Auf meine kürzliche Frage an Liz Luxen, wie sie auf die Idee der Feuerbestattungen/Einäscherungen, resp. zu ihrem Rundum Todesfall-Angebot gekommen ist, antwortete sie mir wie folgt:

Die Idee, Feuerbestattungen, sprich Einäscherungen in Thailand anzubieten, wobei den Hinterbliebenen jegliche Organisation und Beschaffung, sowie Übersetzung der nötigen Urkunden abgenommen wird, war eine logische Fortsetzung meiner Arbeit, bei der ich als Dolmetscherin oft genug mit dem Tod konfrontiert wurde.

Dementsprechend natürlich auch mit der Ohnmacht der Hinterbliebenen, die teilweise am anderen Ende der Welt in Ihrer Trauer nicht nur weit weg waren, sondern auch unter Umständen, wenn keine adäquaten Versicherungen vorlagen, mit plötzlichen größeren Summen für die Rückführung und der oft horrenden Krankenhausrechnung konfrontiert wurden. Was tun? 

Auch Familienangehörige, die gemeinsam hier Urlaub verbringen und ein Familienmitglied oder Partner durch einen tödlichen Unfall verlieren, entscheiden sich oft für eine Einäscherung in Thailand - und wenn vom Gesetz her erlaubt, für eine Überführung der Asche in Ihr Heimatland.

Für Residenten biete ich Patientenverfügungen, Testamente und das ganze Rundum-Paket an. Damit ist eine Vorbestellung, wie auch in unserer alten Heimat praktiziert, seit 2008 nun auch in Thailand möglich. Dies bietet die Sicherheit, dass der letzte Wille als solches nicht nur respektiert und weisungsgemäß erfolgt, sondern auch die Feuerbestattung ausschließlich im Sinne des Verstorbenen durchgeführt wird. Gewünschte Leistungen werden vertraglich festgelegt und die volle Summe einbezahlt, welche auf ein Treuhand-Konto parkiert und an dem Tag abgerufen wird, an dem die Dienstleistung zur Ausführung kommt.

Nicht nur aus Kostengründen ist eine von mir auf Koh Samui, oder meinen Filialpartnern Herr Torsten Voigt in Hua Hin (www.siamfunerals.org) und Herr Armin Melkus in Phuket (www.phuketfunerals.org) durchgeführte Einäscherung die Lösung. Viele Menschen bevorzugen den Abschied im Königreich Thailand auch einfach nur deswegen, weil Sie sich hier schon zu Lebzeiten sehr wohl fühlten und mit dem Land verbunden waren, oder weil Ihr Angehöriger dies tat.

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Freitag, 21. Januar 2011

Lebenshaltungskosten in Thailand

Wer sich schon Gedanken zu den aktuellen Lebenshaltungskosten in Thailand gemacht hat, findet auf Siam-Info hervorragende Angaben dazu:

Dienstag, 14. September 2010

IV-Rentenbezug für Schweizer im Ausland

Aktuell ist das Thema IV Rente in der Schweiz vor allem deshalb in den Schlagzeilen (siehe z.B. im Tages Anzeiger vom 13. Sept. 2010), weil sich das Bundesgericht kürzlich dazu entschied, den Erhalt einer IV-Rente wegen den Folgen eines Schleudertraumas zu verhindern, resp. stark einzuschränken. Das Bundesgericht hat mit diesem Entscheid den Entwurf zur 6. IV-Revision praktisch vorweggenommen.

Zur IV-Rente und deren Bezug im Ausland, habe ich schon widersprüchliche Aussagen gehört. Dieser Umstand hat mich kürzlich dazu veranlasst, es genauer wissen zu wollen. Auf schriftliche Anfrage bei der IV-Stelle der SVA in Zürich, erhielt ich darauf folgende Antwort, die ich an der Stelle gerne im exakten Wortlaut wiedergebe:

Grundsätzlich haben alle Schweizer Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf die Ausrichtung einer Invalidenrente, wenn sie während mindestens drei Jahren Beiträge entrichtet haben. Dies gilt unabhängig vom Wohnort und von der Frage, ob sie der obligatorischen oder freiwilligen Versicherung angeschlossen sind.

Die Renten können an den Wohnort im Ausland überwiesen werden, vorausgesetzt, das Recht des Wohnstaates erlaubt dies. Die Auszahlung erfolgt direkt durch die Schweizerische Ausgleichskasse in der Währung des Wohnsitzstaates. Die anspruchsberechtigte Person kann ihre Rente auch an einen in der Schweiz bestellten Vertreter, eine Vertreterin oder auf ein Postcheck- oder Bankkonto in der Schweiz auszahlen lassen.

Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, werden hingegen nicht ins Ausland exportiert.

Für weitere Infos konsultieren Sie folgende Websites:

Sonntag, 20. Juni 2010

Panik in LOS!

Leserbrief von Ronald aus Rayong:

Panik in LOS
Es macht sich tatsächlich Panik breit unter den hier lebenden Ausländern. Auch bei mir auf der Kurve hört man nun so dies und das. Die Sache hat aber, in Bezug auf die hier lebenden Ausländer, wenig zu tun mit den Unruhen in Bangkok, sondern ist wohl eine rein finanzielle Angelegenheit. Es wird eng, und für Leute bei denen es vorher schon eng war, wird es nun zu eng.

Von daher hört man nun, dass Leute es sich überlegen, nach Kambodscha überzusiedeln. Dort sind wesentlich günstigere Bestimmungen in Bezug auf die Aufenthaltsgenehmigung / Arbeitsgenehmigung und der Tourismus verlagert sich vermutlich auch in Richtung Kambodscha und Vietnam.

Auf der Seite der thailändischen Ballermann-Touristik, also Phuket & Co, sind ja doch wohl viele Farangs, welche unter 50 Jahre alt sind und dort Tauchschulen, Bungalows und Restaurants etc. betreiben. Bei Ausbleiben der Touristen geht die magere Rechnung dann nicht mehr auf, denn ich denke die meisten dieser Leute haben keinerlei Bargeldreserven, um ein paar magere Jahre finanziell zu überstehen. Die beliebte Nummer, sinkende Zahlen durch Erhöhen der Preise wieder auszugleichen, und Nepp in jeder Form zu veranstalten, ist ein Boomerang. Das geht vielleicht kurzfristig, aber dann ist Schluss mit lustig. Sollten in Thailand nun auch noch die Horden der spendierfreudigen russischen Touristen ausbleiben, dann ist echter Verlust angesagt. Deren Anzahl war doch sehr hoch, wie man auch auf dem Airport beobachten konnte.

Die schon lange vor den Unruhen begonnene Abwanderung aus dem Müllhaufen namens Pattaya geht weiter. Man zieht weiter südlich die Küste entlang nach Sri Racha, sofern man es finanziell ermöglichen kann. Dort sind bereits wunderschöne Wohnanlagen entstanden und es herrscht Ruhe und Frieden. Auch der Bau von quasi neuen Villenvierteln für die Schweden geht munter weiter. Die Objekte sind im Nu ausverkauft und es entsteht rundherum zwangsläufig Little-Stockholm in Bezug auf Lebensmittel und Restaurants. Man hat es gern wie zuhause und ist gern nur unter sich, inkl. Weihnachtsfeier im klassischen schwedischen Stil. Der ungenießbare Standard Rot- und Weißwein hier, für Thailänder hochpreisig, ist im 6er Karton im Vergleich zu schwedischen Preisen billig und wird reichlich konsumiert.

Sehr beunruhigt sind auch die Engländer, wie man aus Leserbriefen entnehmen kann. Die wundern sich nun, dass trotz aller Krisen die thailändische Währung immer stärker wird, ausländische Investoren wie blöd in Thailand reinpumpen und der Aktien-Index Rekordmarken aufweist. Daheim in U.K. ist das Gegenteil der Fall und man wartet nun nach der Wahl dort ab, was so passiert. Außerdem werden UK Rentner ja rententechnisch derart verladen, also das ist schon kriminell was da abgeht.

Finanziell schlecht wird es nun für viele hier lebende deutsche Rentner, zu denen ich ja auch gehöre. Die monatlichen Verluste im Vergleich zum Vorjahr sind nun doch herbe, wenn man die hiesige Kaufkraft zugrunde legt. Man muss sich also einschränken und umdenken, was für den normalen Pattaya-Heinzie bedeutet, dass er in seinem Condo sitzt vor der Glotze bei Dosenbier und nicht unten in der Bar bei den Mädels.

Der nun schlechte Wechselkurs zum Euro, der sich auch positiv langfristig nicht erholen wird, birgt für die meisten Rentner hier einen kritischen Punkt. Für die jährliche Erneuerung der Aufenthaltsgestattung ist es erforderlich, die Rentenbescheinigung im BRD Konsulat vorzulegen.
Nun, da passiert dann folgendes: Die Botschafts-Angestellte überträgt die Rentensumme, bzw. rechnet sie um in Thai-Baht nach dem am Tage der Vorlage aktuellen Wechselkurs. Und, oh Wunder der Mathematik, da steht auf der Bescheinigung für die Immigration dann eine Summe, die unterhalb des von der Immi geforderten Betrages liegt. Die meisten der hier lebenden deutschen Rentner sind aber finanziell derartig ausgepowert, dass sie keinerlei Rücklagen haben (da sorgt schon die Thai-Maus für) und da kann man geistig schon mal die Koffer packen, so wie nach der Einführung des Euro die große Rückreisewelle der deutschen Rentner aus Spanien begann, was ich bereits lange vorher prognostiziert habe. Wenn in Malle ein Capuccino 2,80 Euro kostet, also genau so viel wie daheim in Wanne-Eickel, dann aber schnell zurück liebe Else.

Nun, hier gibt es die Möglichkeit (eine "Kann Bestimmung"), dass man die bescheinigten Einkünfte aus Rente und einem nachweisbaren Bankguthaben als eine Totalsumme zusammenfasst. Das wird bei der Immi generell so gehandhabt, es sei denn, man macht sich dort unbeliebt. Die meisten Schaumschläger hier haben aber so eine Bargeldreserve nicht und die wenigsten geben es zu. In meinem Bekanntenkreis haben mir einige der hier in meiner Gegend aufhältlichen Farangs, die jedes Jahr hier überwintern, schon ehrlich gesagt, dass sie bedingt durch den Wechselkurs zukünftig nur noch max. 3 Monate herkommen können. Auch auf meiner Kurve hier stehen nun Immobilien zum Verkauf, wegen Ausreise. In den Anzeigen der einschlägigen Magazine wird der komplette Hausrat verscherbelt, egal zu welchem Preis. Auch annoncieren natürlich die tollen Bürschchen, die mal ganz dringend 200'000 Thai Baht brauchen, als Sicherheit irgendwelche Banksicherheiten angeben, also irgendwo schon ein Widerspruch in sich. Hier in TH verlassen die Ratten das sinkende Schiff und den meisten von denen braucht man keine Träne nachzuweinen. In D jedoch ist der Wunsch der Auswanderung eines der großen Themen in den Blogs, in denen es um das Thema Frau Merkel und um den Euro geht. Dabei kann doch in der BRD selbst im Extremfall gar nicht so viel passieren. Die BRD, immer noch ohne legalen Friedensvertrag, wurde als GmbH gegründet und haftet somit nach dem Gesetz nur mit 25'500 Euro. Alle anderen Summen sind doch eh nur fiktive Zahlen in Computern. Also cool bleiben Leute!

Ronald aus Rayong

Donnerstag, 3. Juni 2010

Im Ausnahmezustand: Auslandschweizer und die Unruhen in Bangkok

Bernd Mechsner rennt um sein Leben. Heckenschützen haben das Feuer eröffnet und die Kugeln schlagen unweit des Schweizers ein. Kaum in seiner Wohnung angekommen, fotografiert Mechsner von seinem Fenster aus die Unruhen in Thailands Hauptstadt Bangkok. Als militante Demonstranten das gegenüberliegende Einkaufszentrum «Center World» anzünden, wird die Situation erneut gefährlich. Mechsner und seine Frau hoffen, dass die Flamen nicht auf sein Zuhause übergreifen. Das Einkaufszentrum brennt vollständig aus und ein Teil davon stürzt in sich zusammen. Im «Center World» befand sich auch die die Luxus-Boutique von Philip Baechtold. Dem Schweizer entsteht ein Schaden von rund 400 000 Franken.

Vor der Schweizer Botschaft stehen die Menschen Schlange. Hunderte von Visa-Anträgen sind unbearbeitet. Während der Unruhen musste die Botschaft aus Sicherheitsgründen geschlossen werden und Botschafterin Christine Schraner Burgener mitsamt ihrer Familie ins Hotel umziehen.

Reporter Hanspeter Bäni begleitet Auslandschweizer während und nach der Revolte in Bangkok und ist dabei, wenn sie die wohl dramatischsten Momente ihres Lebens durchstehen müssen.

TV Podcast "Reporter" vom 02.06.2010:
http://videoportal.sf.tv/video?id=3f136ac0-5fbb-47da-af3d-51187bebb1fb

Montag, 26. April 2010

Deutschsprachiger Thailand Buchautor Günther Ruffert in Thailand verstorben!

Zwischen all den Schreckens-Meldungen zu Thailands politischer Lage, erreichte mich heute die traurige Nachricht über den Tod von Günther Ruffert, dem deutschsprachigen Thailand Buchautor, der vielen Farangs durch seine interessanten Thailand Bücher und Beiträge in deutschsprachigen Thailand Foren und Presse bekannt ist.

Die Meldung wurde über das TIP Forum verbreitet (http://forum.thailandtip.de/index.php?topic=5454.0), dem Günther Ruffert ehrenamtlich als Moderator angehörte und bis zum letzten Tag regelmässig und aktiv mitschrieb und kommentierte. Auch auf ThaiLive habe ich immer wieder auf seine Berichte und/oder Kommentare im TIP und dem DER FARANG etc. hingewiesen und war persönlich vor allem von seinem Buch „Ein Fenster zum Isaan“ angetan, das mir in der Anfangszeit in Thailand schon mal über die eine oder andere „geistige Hürde“ hinweg half und mir für diverse thailändischen Gebräuche, Sitten und Verhaltensweisen, die Augen öffnete.

Unter obigem Link im TIP Forum, hat das Mitglied Jack unter Antwort #23 einen Nachruf veröffentlicht und auf Wikipedia ist bereits ein Eintrag vorhanden: http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Ruffert. Zudem findet man unter: http://mein-thailand.nittaya.de/gruffert
eine interessante Zusammenstellung an Infos und Berichten über Thailand von Günther Ruffert.

Günther Ruffert wird in meinen Erinnerungen ewig weiter leben und dürfte dank seinen Büchern auch über seinen Tod hinaus eine Art Mentor für viele jüngere und zukünftige Thailand Besucher und Einwanderer bleiben...

Dienstag, 17. November 2009

"Prisoners of a White God" - Ein erschütternder Dokumentarfilm über das Bergvolk Akha und die Machenschaften christlicher Missionare in Thailand!

Erst heute wurde ich dank eines Hinweises auf diesen Dokumentarfilm aufmerksam. Die Story kann Gemüter bewegen und deckt auf. Deshalb möchte ich an der Stelle gerne darauf hinweisen.

Die Geschichte dreht sich um einen westlichen Forscher, der die internationale Entwicklung der Akha Völker untersucht und dabei auf dunkle Machenschaften weisser christlicher Missionare stösst.

"Prisoners of a White God" erhielt den Grand Prixes beim „RAFF Film Festival“, beim „Ecofilm Festival“, beim „Festival of the Mountain Films“, beim "It's Up To You Film Festival“ und bei „Ekotopfilm“ 2008, also im gleichen Jahr, wie der Film produziert wurde. Produzent: Tomas Ryska. Genre: Tribal / Thailand und Laos.

Zu sehen ist der Film auf YouTube:
http://video.google.com/videoplay?docid=-5151512921334112942#

 
Einen Kommentar dazu gibt es auf YouTube unter:
http://www.youtube.com/watch?v=fvfKi-YCZVc

 
Und einen Aufruf eines Westlers, mit der Überschrift „Akha: To the Queen of Thailand - Please Return the Land“ ebenfalls auf You Tube unter:
http://www.youtube.com/watch?v=AE_vybndFTI&feature=channel

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Nach vier Jahren Samui zurück in die Heimat

Markus aus Österreich sagt Adieu zur Freundin, Bar und einem Leben, das keines war.

Eine Geschichte zum Nachdenken, die ich kürzlich in der November Ausgabe des DER FARANG entdeckte.


Samui/Linz. Den letzten Anruf seiner Mai Ling erhält Markus Himmelbauer drei Tage vor seinem Abschied. „Darling, I miss you so much….!“ Markus nickt mit dem Kopf, fast automatisch. Dann legt er auf und grinst. Nach vier Jahren Koh Samui und annähernd genau soviel Zeit mit seiner Thaifreundin glaubt er kein Wort mehr. Der 32-jährige aus Rohrbach bei Linz in Oberösterreich sitzt entspannt an einer Bar in Pattaya. Das letzte, was er jetzt noch hören will, ist ein weiteres Ammenmärchen seiner Ex-Geliebten und Geschäftspartnerin aus Koh Samui. Am Sonntag tritt er die Heimreise an. Freiwillig, One Way, ohne Rückflugticket.

Markus hat Anfang November alle Brücken auf Koh Samui abgebrochen. Ein zweites Mal wechselt er seinen Wohnsitz und seinen Lebensmittelpunkt. Dieses Mal wandert Himmelbauer, der gelernte Koch, wieder ein: nach Österreich. Das Abenteuer Thailand hat ihn in vier Jahren zu viel gekostet. Nerven, Geld, den Verlust vieler Illusionen und den Glauben an die Definition Vertrauen und Aufrichtigkeit. Bevor er auch noch den Glauben an sich selbst verliert, zieht Markus die Notbremse.

Zum DER FARANG und weiter lesen...