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Samstag, 17. März 2007

Klimadebatte: Hysterie, Hype und harte Fakten!

Wenn auch nicht Thai spezifisch, dafür umso bewegender...
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Bericht:
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Der Mediensturm der globalen Erwärmung ist in diesem Winter wie ein Hurrikan über uns herein gebrochen und hat einen Konsens erzeugt, der von den Gegnern dieser wissenschaftlichen Theorie als pseudoreligiöse Hysterie bezeichnet wird. Diese Negierer warnen – durchaus richtig – vor klimapolitischen Schnellschüssen, die mehr Schaden als nutzen würden. Sie sagen auch, dass bis jetzt noch nie ein angekündeter Weltuntergang eingetreten ist. Daher solle man einfach so weiter machen, wie bisher. Tatsächlich lässt sich nicht bestreiten, dass nun manche Kreise – den UNO-Klimabericht wie eine Bibel an einer Prozession vor sich her tragend – die Sünder aufrufen, zu bereuen, da das Ende nahe sei. Doch diese Stimmen gibt es immer und auf diese zu hören bringt kaum produktive Lösungen. Wenn Emotionen hoch gehen, hat die Vernunft wenig Chancen. Doch dies gilt für beide Seiten. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als einmal eine kleine Auswahl von Argumenten zu betrachten, soweit es der Umfang dieser Kolumne erlaubt. Das Hauptargument der Negierer ist immer die Aussage, dass es gar nicht klar sei, ob, und wenn ja, wie stark, der Mensch mit dem Kohlendioxid die Atmosphäre beeinflusse. Ebenso könne eine Sonnenphase mit erhöhter Abstrahlung durch Rückkopplungseffekte eine Klimaerwärmung auslösen. Dies stimmt sicher, sind Klima Veränderungen in der Weltgeschichte ja durchaus bekannt. Doch diese Faktoren kennen auch die Klimaforscher und werden in die Berechnungen schon seit Jahren mit einbezogen. Auch andere Fehlerquellen, wie Mess-Ungenauigkeiten werden berücksichtigt. Die Bandbreiten der Prognosen sind denn auch beträchtlich und die Wissenschaftler geben offen zu, dass das Erdklima ein extrem komplexes System ist. Doch der Trend bleibt, trotz aller Korrekturen, eindeutig. Die Zahlen der Klimaforscher scheinen solid zu sein und die Behauptung, dass die Wissenschaftler berechtigte Einwände nicht berücksichtigten, ist einfach falsch. Auch behauptet kein ernsthafter Forscher, dass die Erde wegen des Klimawandels untergehen würde. Die drohenden Folgen könnten aber einen Zusammenbruch der Zivilisation, Hungersnöte, Kriege und Völkerwanderungen zur Folge haben: Alles schon da gewesen und gar nicht utopisch.
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Das zweite Schlachtfeld der Debatte ist die Energiediskussion. Die Negierer finden, dass sich hier nichts ändern müsse. Es reiche aus, mehr Öl und Kohle zu fördern und allenfalls ein paar AKWs zu bauen. Die staatliche Förderung von alternativen Energien sei hinaus geschmissenes Geld; die Privatwirtschaft werde es schon richten. Und selbst wenn das Öl ausginge, werde der Mensch eine Alternative finden. Die Frage ist, wer hier verträumter ist, die Bejaher oder die Negierer. Unsere Vorräte an fossilen Brennstoffen sind endlich. Sie entstanden vor Hunderten Millionen von Jahren aus Wäldern und Sümpfen, die durch geologische Vorgänge komprimiert und gewandelt wurden, wobei nur ein minimaler Teil der damaligen Biomasse tatsächlich in förderbare Kohle und Öl übergeführt wurde. Es handelt sich um gespeicherte Sonnenenergie aus Jahrmillionen. Unsere gesamte Wirtschaft, Industrie und Landwirtschaft hängt momentan an diesen rasch schwindenden Vorräten. Selbst wenn dies nicht das Klima beeinflussen würde, vernichten wir munter das energetische Fundament unserer Gesellschaft. Das Argument, dass dank neuer Fördertechniken die Vorräte auch noch hundert Jahre reichen würden, und nicht nur vierzig, ist idiotisch. Denn alles was damit gesagt wird, ist, dass es uns egal ist, ob der Kollaps unserer Gesellschaft in zwei oder vier Generationen stattfindet, weil wir keine Vorarbeit geleistet haben. Auch das Argument, dass die öffentliche Förderung von alternativen Energiequellen nutzlos sei, ist mindestens so heuchlerisch.
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Die Atomkraft wurde in der Anfangszeit massiv aus Steuergeldern gefördert. Und die Kernfusion erhält – obwohl sie seit fünfzig Jahren immer dreissig Jahre in der Zukunft liegt – auch immer noch Millionen. Die Behauptung, dass sich – wenn es denn nötig wäre – automatisch ein Ersatz finden würde, zeugt schliesslich von einer naiven Geschichtsblindheit. Denn die Menschheit nähert sich dem Ende einer einzigartigen historischen Phase, jener Epoche, wo es praktisch gratis Energie gab. Erst Kohle und dann auch Öl sind für die letzten 200 Jahre eine Batterie gewesen, eine einzigartige Energiequelle aus einer Vergangenheit, von der man damals nicht mal etwas wusste. Es ist kein Zufall, dass die industrielle Revolution ihren Anfang in einer Dampfmaschine hatte, die dazu diente, das Wasser aus Kohlegruben zu pumpen und so die Kohleförderung entscheidend zu erleichtern. Doch diese Batterie wird unweigerlich einmal leer sein. Im Angesicht des rasch steigenden Energiebedarfs von Ländern wie China oder Indien eher früher als später. Wenn sich die Vorräte dann wirklich verknappen und keine Alternativen zur Verfügung stehen oder zumindest in Vorbereitung sind, werden Rohstoffkriege unvermeidbar sein.
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Bis vor kurzem waren die Rollen von Träumern und Realisten klar vergeben. Doch der sich abzeichnende Umbruch verteilt diese neu. Dass sich die Realisten von gestern mit Händen, Füssen und bösen Worten gegen ihre neue Rolle als wirklichkeitsfremde Träumer wehren, ist begreiflich, aber tragisch. Denn die neue Energiezukunft braucht dringend Pragmatismus, Realismus, Tatkraft und vor allem ein zielgerichtetes Vorgehen. Sicher, die Negierer haben Recht, wenn sie meinen, dass ein breiter Konsens keine Wahrheit etabliere. Doch das gilt ebenso wenig für den Wunsch, dass bitte doch alles gut sein müsse, weil es nicht anders sein darf. Eliminiert man Hysterie und Hype, so bleiben harte Fakten übrig, die ein Handeln erfordern – je früher desto besser. NACHRICHTEN.CH
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>> SELBST GEHÖRT - SELBST GESEHEN - SELBST ERLEBT <<
ThaiLive Kommentar zum Thema:
Klima, Klima-Erwärmung, Umwelt, CO2, Feinstaub, Notstand

In der Schweiz ist die Klima Debatte voll im Gang und Bundesrat Moritz Leuenberger hat sich dann das Thema in seinem neuen Blog auch gleich auf die Fahne geschrieben: http://moritzleuenberger.blueblog.ch
Was diesbezüglich in Thailand, abgeht ist gut am aktuellen Beispiel der Gegend um Chiang Mai ersichtlich, wo die Feinstaubbelastung pro Kubikmeter auch schon mal Werte bis zu 383 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter beträgt und somit den Grenzwert von 120 massiv übersteigt! Dass sich die Regierung dabei überlegt, den Notstand auszurufen, ist nicht weiter verwunderlich. Es ist schon fast ein Hohn, wenn Negierer dann wieder argumentieren, Klimaveränderungen hätte es seit dem Bestehen der Erde schon immer gegeben und seien völlig normal!

1 Kommentar:

nikki hat gesagt…

hallo markus. in der tat ein brisantes thema. wir haben gestern den film "an inconvient truth" von al gore gesehen. unsere zukunft sieht definitiv nicht rosig aus. wie wir die simualtion der drohenden überschwemmungen sahen, bin ich erschocken. in europa verschwinden holland und belgien einfach von der weltkarte und in asien und amerika trifft es noch schlimmer. wenn das eis in grönland schmilzt kann sich ein gigantischer see bilden, der sogar die meeresströmungen einfachso einfriert und in europa bekommen wir wieder eine eiszeit, allerdings schneller als zu erwarten ist...grüsse aus dem saarland : )